Im April 2025 überreichte der damalige rheinland-pfälzische Staatssekretär Andy Becht in Hochstetten-Dhaun einen Förderbescheid über rund 2,2 Millionen Euro für den Neubau der Nahebrücke zwischen Hochstetten und Hochstädten. Das Gesamtprojekt wurde damals mit 2,94 Millionen Euro veranschlagt. Das Land sagte eine Förderung von 75 Prozent zu, sodass auf die Ortsgemeinde ein Eigenanteil von rund 770.000 Euro entfällt. Im damaligen Zeitungsbericht wurde angekündigt, dass Anfang 2026 mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Während der Bauzeit sollte der Verkehr über den Sportplatz umgeleitet werden. Nach einer rund 15-monatigen Bearbeitungszeit und der Aussicht auf einen zügigen Baustart schien das Projekt auf einem guten Weg.
Doch heute, ein Jahr später, ist von einem Baubeginn nichts zu sehen. Weder sind Bauarbeiten angelaufen noch wurden sichtbare Vorbereitungen getroffen. Viele Bürger fragen sich daher zu Recht, warum sich das Projekt so verzögert und wann endlich mit dem Bau begonnen wird. Hinzu kommt eine weitere Sorge: Je länger sich der Baustart verzögert, desto größer wird das Risiko steigender Baukosten. Die Erfahrung mit der Sportplatzbrücke zeigt, dass Kostenentwicklungen im Brückenbau durchaus erhebliche Ausmaße annehmen können. Dort haben sich die Baukosten der kleineren Brückenvariante weiter flussaufwärts gegenüber den ursprünglichen Planungen auf mehr als das Dreifache erhöht.
Niemand kann derzeit sagen, ob sich eine ähnliche Entwicklung auch bei der neuen Nahebrücke wiederholen wird. Ausgeschlossen ist es jedoch nicht. Sollte es zu deutlichen Kostensteigerungen kommen, wären die Folgen für die Ortsgemeinde gravierend. Die Landesförderung ist auf den bewilligten Betrag gedeckelt. Alle Mehrkosten müssten – sofern keine zusätzliche Förderung bewilligt wird – von der Ortsgemeinde getragen werden. Dabei ist bereits jetzt ein Eigenanteil von rund 770.000 Euro vorgesehen. Welche Gründe gibt es für die Verzögerung? Ist der Zeitplan noch haltbar? Wie wird sichergestellt, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen? Und vor allem: Wann beginnt der Bau tatsächlich? Nach einem Jahr des Wartens wächst der Eindruck, dass zwischen den damaligen Ankündigungen und der heutigen Realität eine erhebliche Lücke entstanden ist.




