Rettung der unbedrohten Olympiawiese – eine Erfolgsgeschichte, die keine war

Im Kirner Land hat die Diskussion um die inzwischen abgeschlossene Akte „Ausbau Olympiawiese zum Solarpark“ eine eigene Dynamik entwickelt. Dabei geht es längst nicht mehr nur um eine konkrete Fläche, sondern zunehmend um Fragen von Kommunikation, politischer Wahrnehmung und Deutung kommunaler Entscheidungen. Nach Darstellung der BI „Kirner Heimat und Natur rettet den Dhauner Wald e.V.“ gilt die Olympiawiese als „gerettet“. Vertreter der Initiative werden nicht müde zu betonen, man habe durch ihr Engagement verhindert, dass die Fläche für eine Bebauung herangezogen werde. Gleichzeitig wurde laut Kreisplanung in einer Sitzung des Verbandsgemeinderates frühzeitig festgestellt, dass die Olympiawiese planungsrechtlich nicht für eine Bebauung vorgesehen ist. Richtig: Die Olympiawiese ist für Solarprojekte tabu und war planungsrechtlich nicht als Baufläche genehmigungsfähig. Falsch: Die Darstellung, die Bürgerinitiative habe diese Entscheidung maßgeblich herbeigeführt oder beeinflusst.

Genau hier setzt die Kritik an: Wenn eine Fläche ohnehin nicht im Flächennutzungsplan für eine bauliche Nutzung vorgesehen war, stellt sich die Frage, inwiefern sie überhaupt „gerettet“ werden musste. Parallel dazu steht die Erweiterung des bestehenden Solarparks in Richtung Karlshof um rund zehn Hektar, die politisch ebenfalls beschlossen beziehungsweise begleitet wurde. In diesem Zusammenhang entsteht bei einigen Beobachtern der Eindruck, dass beide Entwicklungen zumindest kommunikativ miteinander verknüpft wurden. Die Bewertung bleibt umstritten: Handelt es sich um unterschiedliche Sichtweisen auf denselben Prozess – oder um ein klassisches Beispiel politischer Erzählungskonflikte? Am Ende bleibt die Frage, woran „Erfolg“ im kommunalen Kontext eigentlich gemessen wird – an der Wahrnehmung oder an der tatsächlichen planungsrechtlichen Ausgangslage. Am Ende bleibt die nüchterne Feststellung: Eine Legende wird nicht wahrer, indem man sie oft genug erzählt – entscheidend bleibt, was die Faktenlage tatsächlich hergibt.