Am 1. Juni war die schadhafte Radwegpassage zwischen Merxheim und Meddersheim Thema im Ortsgemeinderat Merxheim. Diskutiert wurde insbesondere jene von Wurzeln aufgebrochene und für Radfahrer unangenehme, ja durchaus gefährliche Stelle. Einigkeit bestand darin, dass hier Handlungsbedarf besteht. Heute, drei Wochen später, berichtet der Öffentliche Anzeiger über die Sitzung und schreibt, die schadhafte Stelle solle „zeitnah in Angriff genommen werden“. Das klingt nach einem Vorhaben, das noch auf seine Umsetzung wartet. Die Realität hat die Berichterstattung jedoch längst überholt. Die betreffende Passage wurde inzwischen bereits abgefräst und mit einer neuen Asphaltdecke versehen. Wer heute dort mit dem Fahrrad unterwegs ist, fährt schon über glatten Asphalt, während die Zeitung ihre Leser noch über eine angeblich bevorstehende Sanierung informiert. So entsteht der kuriose Eindruck, als würde die Berichterstattung den Ereignissen nicht folgen, sondern ihnen mit deutlichem Abstand hinterherfahren – und zwar deutlich langsamer als jeder Radfahrer auf dem frisch erneuerten Weg. Für eine Tageszeitung ist das ein bemerkenswert großzügiges Verständnis von Aktualität – Berichterstattung drei Wochen später.
Der Öffentliche Anzeiger und die Kunst der verspäteten Aktualität




