Ein Jahr später: Aus dem Aufsteiger wird wieder ein A-Klässler

Vor exakt einem Jahr diese Schlagzeile: „Internationale Aufmerksamkeit: „Nahe-Elf erobert Italiens Titelseite“ Der SV Oberhausen stand auf dem Gipfel der Gefühle. Aufstieg. Entscheidungsspiel gewonnen. Bierduschen. Jubelfotos. Sogar eine angebliche Titelseite in Italien. Der kleine Verein von der Nahe schien bereit für die große Fußballwelt. Heute, zwölf Monate später, ist das nächste Kapitel geschrieben: Der Abstieg ist perfekt. Damit beweist der SVO einmal mehr seine außergewöhnliche Bodenständigkeit. Während andere Vereine nach dem Aufstieg den Kontakt zur Basis verlieren, hat Oberhausen keine Mühen gescheut, um den Weg zurück in vertraute Gefilde zu finden. Die Bezirksliga wurde ein Jahr lang intensiv getestet. Das Ergebnis der Untersuchung fällt eindeutig aus: Ganz nett dort, aber die A-Klasse hat einfach mehr Charme.

Sportlich verlief die Saison ähnlich stabil wie ein Klappstuhl auf abschüssigem Gelände. Mal gab es Hoffnung, mal Ernüchterung, meistens beides innerhalb von 90 Minuten. Irgendwann wurde klar: Die Tabelle verfolgt einen Plan, und dieser Plan sah die Rückkehr nach unten vor. Bemerkenswert ist jedoch die Reaktion im Verein. Keine Panik. Keine Revolution. Kein Krisengipfel. Mannschaft und Verein sind weiterhin intakt. Man könnte fast meinen, die Beteiligten hätten geahnt, dass die Bezirksliga nur ein vorübergehender Ausflug werden würde. So endet das große Abenteuer vorerst dort, wo es einst begann. Die Trikots bleiben dieselben, die Kabinenwitze auch, und der Ball ist weiterhin rund. Lediglich die Gegner tragen nächste Saison wieder vertrautere Namen. Und wer weiß? Vielleicht startet nun der Gegenangriff. Vielleicht wird wieder gefeiert. Vielleicht erscheint erneut eine sensationelle Titelseite irgendwo zwischen Mailand und Palermo.