Man muss diesem Kreisel eines lassen: Er hat Geduld. An der B 41 bei Simmertal, an der Abzweigung ins Kellenbachtal, dreht sich der Verkehr seit Jahren um ein Provisorium, das die Ernsthaftigkeit einer Dauerlösung längst verinnerlicht hat. „Vorübergehend“, hieß es damals. Ein Wort mit erstaunlicher Elastizität. Denn irgendwo in den Schubladen der Planer schlummert bis heute die Vision eines Überfliegers – jenes sagenumwobenen Bauwerks, das den Verkehr dereinst elegant über die Kreuzung hinwegheben sollte. Eine Art verkehrspolitischer Messias auf Betonstelzen. Nur: Er kommt nicht. Er kam nie. Und wenn man ehrlich ist, wird er auch weiterhin vor allem eines tun – nicht kommen. Also bleibt der Kreisel. Markiert mit hässlichen Betonsteinen, in der Mitte aufgeschüttet, gekrönt von dem, was man wohlwollend als „spontane Begrünung“ bezeichnen kann. Wildwuchs als Landschaftsarchitekt, der nimmt, was da ist, und daraus macht, was eben wächst. Es ist die stille Poesie des Ungeplanten. Dabei hat dieser Kreisel mehr verdient als sein Schattendasein zwischen Absperrung und Aufschub. Er ist das Einfallstor, die Visitenkarte, das erste „Willkommen“ für alle, die nach Simmertal wollen.
Und was sagt dieses Willkommen derzeit? „Wir meinten es nur vorübergehend“? Man könnte ja. Man müsste nur wollen. Ein paar ordentliche Pflanzen, ein klares Konzept, vielleicht ein Hauch von Gestaltung. Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz dürfte doch in der Lage sein, aus diesem Provisorium ein kleines Schmuckstück zu machen. Oder – und jetzt wird es visionär – man überlässt das Runde einfach denen, die ohnehin gern gestalten: der Wirtschaft. Ein Kreisel als Werbefläche mit Charme. In Hochstetten-Dhaun wehen die Fahnen der Basalt AG bereits selbstbewusst im Wind – darunter blüht es. Warum also nicht auch in Simmertal? Man stelle sich vor: Bagger Jochum platziert einen geschniegelt glänzenden Mini-Radlader ins Zentrum. Drumherum Blümchen. Oder Noelke setzt ein augenzwinkerndes Statement mit überdimensionierten Sanitär-Schüsseln. Kunst im Kreisverkehr, gewissermaßen. Funktional, lokal, leicht schräg – aber immerhin mit Konzept. Denn eines ist klar: Wenn schon Dauerlösung, dann bitte mit Haltung. Der Kreisel blüht – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – am schönsten, wenn sich jemand kümmert. Und das Einfallstor von Simmertal sollte sich schließlich nicht mit weniger zufriedengeben als sein kleiner Bruder unmittelbar vor dem Dorf.





Man könnte ja auf dem Kreisel für den Radverkehr im Kellenbachtal werben, wird mit Sicherheit Touristen anziehen. Ach ne, da war ja was…es gibt ja gar keinen Radweg durchs Kellenbachtal. Schade. Hätten zwei Fliegen mit einer Klappe sein können.