Ode an die Hunsrücker „Geffilde Klees“: Ein Hoch auf das achte Weltwunder aus dem Landhaus Wartenstein

Es gibt Gerichte – und es gibt die „Gefillde Klees“. Wer jetzt fragend schaut, ist entweder neu im Hunsrück oder hat kulinarisch noch Nachholbedarf. Für alle anderen gilt: Das ist kein Essen. Das ist ein Statement. Der Name kommt aus dem Dialekt und klingt erstmal harmlos. Übersetzt heißt es schlicht „gefüllte Klöße“. Klingt unspektakulär – ist es aber nicht. Denn was hier auf den Teller kommt, ist nichts weniger als gelebte Hunsrücker Geschichte. Entstanden aus einfachen Zutaten, viel Arbeit und dem ehrlichen Ziel: satt werden. Richtig satt. Innen drin: Hackfleisch, Bauchfleisch, oft auch Leberwurst – fein zerkleinert und so deftig, dass man danach weiß, was man gegessen hat. Außen: Kartoffelteig, halb roh, halb gekocht, handgeformt. Keine Maschine, kein Shortcut. Das hier ist Handarbeit, wie sie früher selbstverständlich war – und heute fast schon ausstirbt. Dazu gibt’s Specksoße. Und Apfelmus. Ja, genau so. Wer das hinterfragt, hat das Prinzip nicht verstanden. Die „Gefillde Klees“ brauchen keinen modernen Twist – sie funktionieren seit Generationen genau so. Und genau das ist das Problem: Man bekommt sie kaum noch. Zu aufwendig, zu zeitintensiv, zu wenig „schnell mal nebenbei“. Die Hunsrücker Antwort darauf wäre vermutlich: Dann mach’s halt richtig oder lass es bleiben.

Umso besser, wenn es noch Orte gibt, die sich das antun – im besten Sinne:

  •    Am 12. April im Landhaus Wartenstein, ab 11.30 Uhr und ab 17.30 Uhr
    – nur auf Vorbestellung
    – Abholung oder vor Ort mit Reservierung

Für 14 Euro gibt es hier keinen Teller für Instagram, sondern einen XXL-Kloß, der satt macht, glücklich macht und einen leichten Nachmittagsschlaf zumindest sehr wahrscheinlich erscheinen lässt. Oder anders gesagt:
Die „Gefillde Klees“ sind das, was passiert, wenn der Hunsrück Hunger hat – und keine Kompromisse macht.