Es gibt Ideen, die liegen lange herum wie ein Fahrrad mit plattem Reifen: Jeder sieht, dass etwas getan werden müsste – aber irgendwie wartet man darauf, dass sich der Reifen von selbst aufpumpt. In der Merxheimer Dorfmitte war das anders. Das ehrenamtliche Team des Rathaus-Cafés hatte eine Idee – und vor allem die seltene Eigenschaft, sie nicht nach dem ersten Schulterklopfen wieder in einer Schublade verschwinden zu lassen. Denn eine gute Idee ist bekanntlich nur die halbe Miete. Der eigentliche Wert entsteht erst danach: beim Nachfassen, Organisieren, Telefonieren, Dranbleiben und bei all den kleinen Schritten, die niemand sieht, wenn am Ende das fertige Ergebnis dasteht.
Jetzt steht sie also: die neue Fahrrad-Reparaturstation am Denkmal, direkt neben der E-Bike-Ladestation. Gesponsert vom ADAC, umgesetzt mit tatkräftiger Unterstützung der Ortsgemeinde und fachgerecht aufgebaut durch die Gemeindearbeiter Volker Schwindt, Robby Holzhäuser und Markus Eckhardt. Das Dorf hat die Voraussetzungen geschaffen, der ADAC hat unterstützt – und herausgekommen ist ein Angebot, das Radfahrerinnen und Radfahrern entlang des Nahe-Radwegs ganz praktisch hilft. Nach aktuellem Stand ist dies die erste Fahrrad-Reparaturstation dieser Art entlang des Nahe-Radwegs – ein kleines Detail mit großer Wirkung. Besonders bemerkenswert: Die Initiative kam nicht aus einem großen Konzeptpapier, keinem endlosen Arbeitskreis und keinem Hochglanzprospekt, sondern von engagierten Privatleuten vor Ort.
Das ist einerseits erfreulich, andererseits auch ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung derjenigen, die sich professionell mit Tourismus beschäftigen: Manchmal entstehen die besten Ideen dort, wo Menschen einfach machen, statt erst noch eine Arbeitsgruppe zur Prüfung der Machbarkeit einzusetzen. Während manche noch überlegen, wie man die Region fahrradfreundlicher präsentieren könnte, steht in Merxheim bereits die Lösung am Wegesrand. Der Dank gilt deshalb allen Beteiligten – vor allem den Beharrlichen, die aus einer Idee Wirklichkeit gemacht haben. Denn Infrastruktur entsteht nicht durch Absichtserklärungen, sondern durch Menschen, die irgendwann sagen: „Wir machen das jetzt.“




