Es gibt sie noch. Diese Bäckereien, bei denen schon beim Eintreten der Duft von Butter, Vanille und frischem Hefeteig verrät: Hier wird noch selbst gebacken. Hinter der Theke stapeln sich hausgemachte Kuchen und Kaffeestückchen – ganz wie früher. Puddingschnitten, Granatsplitter, Sandgebäck, Apfel- und Kirschkuchen sowie viele weitere Köstlichkeiten, bei denen die Entscheidung schwerfällt. Nichts wirkt geschniegelt oder auf Hochglanz poliert. Stattdessen erwartet einen ehrliches Bäckerhandwerk, das man sehen, riechen und schmecken kann. Und vor allem: Hier werden keine Rohlinge aufgebacken, sondern noch wirklich in der eigenen Backstube gefertigt. Dazu kommen kundenfreundliche Preise, die in Zeiten steigender Kosten fast schon überraschen. Die Verkaufstheke selbst scheint die Zeit einfach überdauert zu haben – als hätte man beim Betreten der Bäckerei einen kleinen Zeitsprung gemacht. Zurück in eine Zeit, als der Dorfbäcker noch eine feste Institution war und Brot und Gebäck nicht aus einer Fabrik, sondern aus echter Handarbeit kamen.
Genau so ein Ort ist die Bäckerei Thimo Kehrein in Monzingen. Ein Stück gelebte Backtradition, das Erinnerungen weckt und zeigt, dass echtes Handwerk noch lange nicht ausgestorben ist. Entdeckt wurde sie eher zufällig beim Radfahren – und genau solche Zufallsfunde sind oft die schönsten. Dafür lohnt es sich auch, ein paar Kilometer mehr zu fahren. Im Kirner Land sind solche Bäckereien heute leider selten geworden. Vielleicht verklärt die Nostalgie den Blick ein wenig, doch gefühlt gab es früher in fast jedem Dorf einen Bäcker, der seine Brote, Kuchen und Teilchen noch selbst hergestellt hat. Umso schöner ist es, wenn man heute noch einen solchen Ort entdeckt. Manchmal braucht es gar nicht viel, um ein kleines Stück Kindheit wiederzufinden: Brote- und Brötchen, frische Teilchen, hausgemachte Kuchen – und eine Bäckerei, die ihrem Handwerk und sich selbst treu geblieben ist.




