Man muss schon wissen, wo man hinläuft. Denn mitten im Wald bei Hennweiler, fernab jeder Premiumwanderroute und garantiert ohne Busparkplatz, steht einer der wohl schönsten Unterstände weit und breit. Aus massivem Holz gefertigt, mit liebevollen Details, einem Herz als Blickfang und einem sauber verlegten Holzboden lädt das Bauwerk zum Verweilen ein. Nur das Blechdach fehlt noch. Doch wer so viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt hat, wird daran sicher nicht scheitern. Eigentlich geht es hier allerdings um den neuen „Herzwald Hennweiler“. Mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger pflanzten gemeinsam über 200 Bäume – darunter auch die Zitterpappel, den Baum des Jahres 2026. Künftig sollen Besucher sogar die Möglichkeit haben, gegen eine Spende einen Baum zu erwerben und ihn mit einem persönlichen Schild zu versehen.
Fast könnte man jedoch meinen, der eigentliche Star des Projekts sei der idyllische Rastplatz inmitten der jungen Waldfläche. Während andernorts Millionen in Wanderinfrastruktur an touristischen Hotspots investiert werden, entsteht hier – beinahe unbemerkt – ein Ort, an dem man einfach Platz nehmen, die Ruhe genießen und den Blick über den heranwachsenden Wald schweifen lassen kann. Wer diesen Platz entdeckt, wird sich unweigerlich fragen, warum ausgerechnet dieses kleine Schmuckstück, mit viel Sorgfalt im Bauhof der Verbandsgemeinde gezimmert, ausgerechnet dort steht, wo garantiert niemand zufällig vorbeikommt. Vielleicht liegt genau darin sein besonderer Reiz: Wer Herz sucht, muss manchmal eben ein paar Schritte mehr gehen.




