Freiwillig in den Ofen: Feuerwehr Kirner Land übt den Hitzetest

Man könnte meinen, freiwillig in eine Anlage zu gehen, in der „gemütliche“ 600 bis 800 Grad herrschen, sei eine eher fragwürdige Freizeitgestaltung – tatsächlich nötigt genau das aber großen Respekt ab. Denn was die Feuerwehrangehörigen hier leisten, ist alles andere als Alltag und zeigt eindrucksvoll, wie ernst die Vorbereitung auf den Ernstfall genommen wird. Am 11. April nahmen zwölf Einsatzkräfte der Feuerwehren Kirner Land an einer Fortbildung für Atemschutzgeräteträger in der holzbefeuerten Wärmegewöhnungsanlage der Berufsfeuerwehr Worms teil. Schon der Begriff klingt nach einer Mischung aus Wellnessurlaub für sehr spezielle Zielgruppen und einem Test, ob der Mensch wirklich aus Wasser besteht. Nach einem theoretischen Teil zu Einsatztaktik, Brandverlauf und Schutzwirkung der Einsatzkleidung – gewissermaßen das Warm-up, bevor es richtig heiß wird – folgte die Sicherheitsunterweisung. Danach ging es in die Anlage, in der unter realistischen Bedingungen trainiert wurde. Auf dem Programm standen unter anderem der Tür-Check, das Vorgehen im Innenangriff sowie der Einsatz des Hohlstrahlrohrs zur Rauch- und Raumkühlung.

Auch die Zusammenarbeit im Trupp wurde intensiv geübt, denn bei Bedingungen, die an einen Pizzaofen erinnern, muss jeder Handgriff sitzen. Durch gezielte Sauerstoffzufuhr konnten die Ausbilder verschiedene Phasen der Brandentwicklung demonstrieren. So wurde aus einem kontrollierten Feuer schnell eine eindrucksvolle Lektion darüber, wie dynamisch sich Brände entwickeln können. Besonders anschaulich war die Simulation falscher Löschtaktiken, bei der deutlich wurde, dass „viel hilft viel“ nicht immer der richtige Ansatz ist und selbst Schutzkleidung ihre Grenzen hat. Begleitet wurde die Übung vom Team der Atemschutzwerkstatt der Feuerwehren Kirner Land. Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt – und naturgemäß auch deutlich durchgeschwitzt – und lobten insbesondere die ausführlichen Nachbesprechungen. Die Wehrleitung der Verbandsgemeinde betont, dass solche „heißen“ Fortbildungen auch künftig dazugehören. Denn nur wer Hitze, Stress und Nullsicht bereits im Training erlebt hat, kann im Ernstfall ruhig und sicher handeln.

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