Ein Jahr HopfenHöhle – und kein Tropfen drin

Nachgehakt! – Die Verbandsgemeinde Kirner Land wollte das Wandererlebnis revolutionieren: Genuss-Stopps, Wohlfühl-Oasen und als Krönung die sagenumwobene „HopfenHöhle“ – ein in die Erde eingelassenes Getränkedepot am Wildgrafenweg und Hildegardweg in Hochstetten, kühl, nachhaltig, genial gedacht. Ein Jahr ist das nun her. Und heute? Nun ja. Die Höhle ist da. Die Getränke nicht. Was einst als Schatztruhe für durstige Wanderer gedacht war, entpuppt sich bislang eher als archäologische Fundstelle ohne Fund. Kein Kirner Alkoholfrei, kein Wasser, keine Limo – nicht einmal ein verirrtes Radler hat den Weg in die unterirdische Erfrischungszentrale gefunden. Die natürliche Kühlung funktioniert vermutlich tadellos. Nur gibt es nichts zu kühlen. Die Idee war charmant: Wandern, rasten, eine Flasche aus der Erde ziehen und genießen. Ein bisschen wie Weihnachten in Mutter Natur.

Doch offenbar hat man beim Konzept den entscheidenden Punkt übersehen – jemand müsste die Höhle auch befüllen. Regelmäßig. Verlässlich. Und am besten mit Inhalt. Hier zeigt sich einmal mehr: Die Idee ist das Eine, die Umsetzung das Andere. Der Streckenwart unter dem Dach der VG hat geliefert – Sitzgelegenheiten, Aussicht, Atmosphäre. Alles da. Nur der flüssige Teil der Vision bleibt bislang Vision. Vielleicht wartet man noch auf freiwillige „Kümmerer“. Vielleicht auf Selbstbefüllung durch höhere Mächte. Oder auf den einen Wanderer, der aus Versehen einen Kasten dalässt. Bis dahin bleibt die HopfenHöhle vor allem eines: ein schönes Loch mit großem Versprechen. Aber wer weiß – vielleicht ist genau das die eigentliche Innovation: ein Getränkedepot, das konsequent leer bleibt. Nachhaltiger geht’s schließlich kaum.

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