Gähn. Der FC Bayern München ist wieder vorzeitig Deutscher Meister geworden – Überraschung im Bereich „nicht vorhanden“. Man könnte die Saison eigentlich auch im Dezember beenden und den Rest als höfliche Beschäftigungstherapie für den Profisport laufen lassen: ein Spieltag, eine Schale, der Rest ist Tabellen-Dekor. Die Feier folgt dem bekannten Ritual: Bierduschen, Schalen-Politur, ein paar „Finale!“-Rufe aus Gewohnheit. Alles wirkt inzwischen wie ein Familienfilm, den man jedes Jahr schaut, obwohl man den Ausgang schon während des Vorspanns kennt. Spannung? Eher ein administratives Missverständnis. Während in München die Routine regiert, kämpft man in der Provinz noch mit echter Dramatik. Beim VfR 07 Kirn ist der spannendste Wettbewerb nicht der um Punkte, sondern der um das Amt des Ersten Vorsitzenden – eine Position, die offenbar keiner ausfüllen will. Und irgendwo dazwischen steht Franks Ensminger, Stadtbürgermeister von Kirn, angeblich gut vernetzt in Richtung bayerischer Fußballoberschicht (Archivbild-Montage). Vielleicht gelingt ihm ja das Kunststück, die Meistermannschaft für ein Freundschaftsspiel an die Nahe zu holen – nicht aus sportlicher Hoffnung, sondern für Rückenwind in schweren Zeiten. Ein Spiel gegen Bayern als Notfallplan – passt. Stadion voll, Kasse voll, Vorstand hoffentlich auch wieder vollzählig. Aber gut: Glückwunsch nach München. Schon wieder. Wie immer. Und der VfR 07 Kirn? Wartet weiter – auf einen Vorsitzenden, auf Stabilität und auf einen Fußball, der an die guten alten Zeiten anknüpfen kann.
Meisterroutine in München – Vorstandsnotstand in Kirn




