Mal hier, mal dort: Das bewegte Leben einer Ruhebank

Es gibt verlässliche Dinge im Leben: Die Sonne geht auf, der Rhein fließt – und die Bank am Hildegardweg steht… irgendwo. Eigentlich gehört sie an die Wegkreuzung Richtung Dhaun, mit herrlichem Blick über Hochstädten und das Nahetal bis nach Martinstein. Dort soll sie Wanderern Ruhe schenken. Doch diese Bank hat ihren eigenen Kopf. Denn sie ist nicht fest verankert – und genau das nutzt sie aus. Mal steht sie am Brünnchen, als hätte sie plötzlich Durst. Mal ein paar Meter weiter oben, als wolle sie die Aussicht verbessern. Und manchmal ist sie einfach verschwunden. Dann ist klar: Die Wanderbank ist wieder unterwegs. Tatkräftige Unterstützung bekommt sie von der Dorfjugend.

Mit bemerkenswerter Spontanität entscheiden sie, wo es sich gerade am besten sitzen lässt – und tragen die Bank kurzerhand dorthin. So sammelt sie im Laufe der Zeit mehr Standorte als mancher Wanderführer empfehlen kann. Doch so rastlos sie auch ist, eines schafft sie immer wieder: Sie findet zurück. Als hätte sie ein inneres GPS oder einfach Heimweh nach „ihrem“ Platz an der Kreuzung. Lange bleibt sie dort allerdings nie. Kaum hat man sich an ihren Standort gewöhnt, zieht es sie weiter. Vielleicht ist genau das ihr Wesen: nicht stillzustehen, sondern die Gegend Stück für Stück zu erkunden. Die Wanderbank zeigt, wie beweglich selbst das Unbewegliche sein kann – und dass man manchmal einfach den Platz wechseln muss, um die Aussicht neu zu entdecken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert