Nun also doch eine Preiserhöhung. Der Ausschuss für Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung soll es in seiner morgigen Sitzung beschließen. Nach monatelanger Diskussion liegt mit der Abrechnung des Romantischen Gartenfestes 2025 endlich eine belastbare Zahlenbasis vor – und zugleich die offizielle Begründung der Verbandsgemeinde für den geplanten Eintrittsaufschlag. Nach Darstellung der Verwaltung sind die Kosten in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen, insbesondere beim Shuttle-Verkehr, beim Rahmenprogramm und im Marketing. Um das jährliche Defizit zu verringern, soll nun der Eintrittspreis steigen. Der Beschlussvorschlag klingt nüchtern, fast alternativlos: von 5 auf 6 Euro pro Person. Ein Blick in die Zahlen relativiert diese Logik jedoch erheblich. Für 2025 weist die VG-Abrechnung Ausgaben von 27.059,08 Euro aus, davon 9.609 Euro Personalkosten, ergänzt um Werbung, Technik, Sicherheit und Programm. Dem stehen Einnahmen von 16.405,50 Euro gegenüber – rechnerisch ein Defizit von 10.653,58 Euro.
Dramatisch, möchte man meinen. Wäre da nicht der Umstand, dass 6.458,20 Euro Ausstellergebühren gar nicht in der VG-Kasse landen, sondern beim Zweckverband Schloss Dhaun – und in der Rechnung schlicht fehlen. Damit stellt sich die Frage, ob mit der Preiserhöhung nicht der falsche Ansatz verfolgt wird und den Besuchern am Ende ein Bär aufgebunden wird. Denn nicht die Einnahmenseite scheint das eigentliche Problem zu sein, sondern die Ausgabenseite – und die Art, wie gerechnet wird. Das Defizit entsteht weniger am Eingangstor als in der Kostenstruktur. Der zusätzliche Euro löst dieses Problem kaum. Er beruhigt bestenfalls das Gewissen – und verlagert die Verantwortung elegant auf die Besucher.




