Wende? Innenminister Ebling bestätigt Wegfall des Kirner Krankenhauses gefährdet Daseinsvorsorge

Der nach wie vor drohende Wegfall des Krankenhauses in Kirn gefährdet massiv die medizinische Grundversorgung in unserer Region. Laut der bundesweit anerkannten „15-Minuten-Regel“ muss ein Krankenhaus als Grundversorger in Notfällen innerhalb von 15 Minuten erreichbar sein. Mit einer Schließung oder Herabstufung des Standortes Kirn wäre diese Vorgabe in weiten Teilen des Umlands nicht mehr erfüllt – mit fatalen Folgen für die Bevölkerung. Jede Minute kann über Leben und Tod entscheiden. SPD-Innenminister Michael Ebling hat bei seinem Besuch in Kirn-Sulzbach deutlich gemacht: Auch sein Haus ist in dieser Frage mitverantwortlich. Denn: Laut Raumordnungsplan ist Kirn ein verpflichtend kooperierendes Mittelzentrum im Verflechtungsbereich Kirn/Bad Sobernheim/Meisenheim.

Damit obliegt dem Innenministerium ganz klar die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in diesem Gebiet – dazu zählen Krankenhäuser, die 15-Minuten-Erreichbarkeit und auch das Schließen von Versorgungslücken, die durch Privatisierungen entstanden sind. Ebenso ist das Innenministerium für das Praxisnetz der Haus- und Fachärzte mit zuständig. Ebling bestätigte diese Verantwortung und kündigte an, sich mit Gesundheitsminister Clemens Hoch abzustimmen. Wörtlich sagte er, er wolle Hoch „nicht in die Parade fahren“, werde sich aber aktiv in die Diskussion einbringen. Die Frage bleibt: Folgen auf die klar erkannten Gefahren auch entschlossene Taten? Ohne das Krankenhaus in Kirn bricht ein unverzichtbarer Pfeiler der öffentlichen Gesundheitsversorgung weg. Politik und Verantwortliche sind jetzt in der Pflicht, den Standort zu sichern oder verbindliche Alternativen zu schaffen.