Rheinland-Pfalz steht womöglich vor einem politischen Umbruch – zumindest, wenn man der aktuellen Prognose glaubt. Gordon Schnieder liegtmit seiner CDU bei 30,5 Prozent vor Alexander Schweitzer mit seiner SPD bei 27 Prozent. Das wäre das schlechteste Ergebnis der SPD in Rheinland-Pfalz. Sicher ist das alles noch nicht, eher auf wackeligen Beinen unterwegs – aber: ein Anfang ist gemacht. Nach 35 Jahren an der Spitze wirkt die SPD plötzlich nicht mehr wie ein politisches Naturgesetz, sondern eher wie ein Titelverteidiger, der nervös auf die Anzeigetafel schaut und hofft, dass da nicht noch jemand nachlegt. Die Prognose ist dabei weniger ein Paukenschlag als ein vorsichtiges Räuspern: „Da könnte sich was ändern.“ Labil, schwankend, jederzeit kippbar – aber eben mit einem klaren Signal: Der Wechsel ist nicht mehr nur Theorie, der scheint angesichts des Abstandes eingetütet. FDP ist raus, ebenso FWG und Linke. Die Grünen landen bei 7,5 Prozent. Stark die AfD mit 20 Prozent. Das bedeutet eine Verdoppelung. Schweitzer muss sich in dieser frühen Phase mit der ungewohnten Rolle anfreunden, hinten zu liegen. Ein Zustand, den man im SPD-Lager über Jahrzehnte eher aus Geschichtsbüchern kannte. Und Schnieder? Der steht plötzlich vorne – noch nicht sicher, noch nicht komfortabel, aber sichtbar. Ein bisschen wie jemand, der schon mal den Pokal in die Hand nimmt, während der Schiedsrichter noch auf den VAR schaut. Rheinland-Pfalz testet den Machtwechsel. Und allein das ist nach 35 Jahren schon eine kleine Sensation.
Prognose sieht Schnieder klar vorne – Rheinland-Pfalz schnuppert am Machtwechsel




