Heute geschaut, heute gebucht – und siehe da: Der früheste Termin bei der Zulassungsstelle des Landkreises Bad Kreuznach ist der 12. September. Zwei Wochen warten, bis man ein Auto anmelden darf. Drunter geht derzeit gar nichts. Noch vor einem Jahr war die Behörde so etwas wie ein Schnellimbiss: morgens anklicken, am nächsten Tag schon mit frischem Kennzeichen draußen stehen. Heute dagegen wirkt die Terminvergabe eher wie die Warteliste für eine Hüftoperation. Immerhin, in der Zweigstelle Kirn gibt es den heiß ersehnten Termin einen Tag früher. Welch ein Trostpflaster! Natürlich fragt man sich: Sind die Bürger des Landkreises plötzlich autovernarrter geworden? Oder hat die Verwaltung heimlich das Personal auf Diät gesetzt – drei Stellen gestrichen, dafür aber eine neue Topfpflanze angeschafft?
Offiziell hört und liest man: nichts. Ach ja? Wenn das Zulassen eines Autos schon zwei Wochen dauert – wie lange braucht dann der Pass? Schwamm drüber! Vielleicht steckt aber auch ein höherer Plan dahinter: Wer zwei Wochen auf seinen Termin warten muss, hat genügend Zeit, über sein Konsumverhalten nachzudenken. Am Ende beschließt man: „Ach, das alte Auto tut’s auch noch.“ Klimaziele erfüllt – ganz ohne Tempolimit. Für mich zu spät, denn der einst treu Gefährte tuckert bereits im sonnigen Ausland umher. Die Frage bleibt: Wird man im Landkreis jemals wieder von heute auf morgen einen Termin bekommen? Oder wenigstens innerhalb von drei Tagen? Eine Woche? Zehn Tage? Alles ist besser als 14 Tage. Bis dahin gilt: Wer einen Termin ergattert, sollte ihn feiern – vielleicht mit einem kleinen Sektempfang. Schließlich ist er momentan fast so selten wie ein Lottogewinn.



