Besser spät als nie: 27 Kilometer lange Themenradroute im Kirner Land nimmt Fahrt auf

Manchmal braucht es eben etwas länger. Dass die geplante Themenradroute „Auf den Spuren der Wildgrafen im Kirner Land“ bereits vor rund zwei Jahren angekündigt wurde? Geschenkt. Entscheidend ist, dass das Projekt nun offenbar tatsächlich in die nächste Phase geht. Der Verbandsgemeinderat wird sich in seiner Sitzung am 27. August mit der Vergabe der Planungsleistungen befassen. Vorgesehen ist, den Auftrag an das Planungsbüro Stadt Land Plus GmbH aus Boppard zu vergeben. Mit einem Angebot von 10.293,02 Euro hat das Unternehmen das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt. Insgesamt wurden drei Angebote eingeholt. Die geplante Themenradroute – vermutlich ausschließlich auf Bestandswegen – soll das touristische Angebot in der Ferienregion Kirner Land erweitern. Auf einer rund 27 Kilometer langen Strecke mit etwa 520 Höhenmetern sollen Radfahrerinnen und Radfahrer künftig Geschichte, Natur und Freizeitangebote miteinander verbinden können. Für ambitionierte Kilometerfresser ist das eher eine überschaubar, für Kinder ohne „E“ eine durchaus anstrengende Runde. Startpunkt ist der Bahnhof in Kirn.

Von dort führt die Strecke unter anderem zum Nahe-Skywalk, zur Stiftskirche St. Johannisberg, nach Schloss Dhaun, zur Erlebniswelt „Wald und Natur“ auf Schloss Wartenstein und zur Kyrburg. Dabei soll die Route deutlich mehr sein als nur ein ausgeschilderter Radweg. Geplant sind Informationsstelen mit Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten, zusätzliche Informationen für Kinder, zwei Fotostationen an besonders attraktiven Aussichtspunkten sowie Informationen zur Geologie der Region. Bleibt die Frage, wie intensiv Radfahrerinnen und Radfahrer dieses Angebot tatsächlich nutzen werden. Auch bei der Infrastruktur soll nachgelegt werden. Vorgesehen sind zwei Fahrradabstellanlagen mit E-Bike-Ladestationen (Schloss Dhaun und Wartenstein) sowie eine Fahrradreparaturstation (Schloss Dhaun). Da sind wir allerdings mal gespannt wie Bolle, ob diese Einrichtungen am Ende tatsächlich zum viel zitierten touristischen Mehrwert beitragen – oder ob sie eher zur dekorativen Ausstattung der Route gehören.

Ergänzt wird das Angebot durch ein digitales Geocaching-Projekt mit dem Titel „Das verschwundene Wappen“. Entlang der Strecke sollen verschiedene Aufgaben gelöst werden. Damit soll die Route nicht nur Informationen vermitteln, sondern auch spielerische Elemente bieten und insbesondere Familien und jüngere Besucher ansprechen. Die wollen in erster Linie eines: Radwege abseits von Straßen. Finanziert wird das Projekt unter anderem über das LEADER-Programm. Die Lokale Aktionsgruppe Hunsrück hat bereits eine Förderung in Höhe von 60 Prozent bewilligt. Die Umsetzung ist für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen. Die Hunsrück-Nahe-Touristik bezeichnet die Themenradroute bereits als „Leuchtturmprojekt“ mit Impulswirkung für die gesamte Region. Kleiner geht es offenbar nicht. Ob die Route diesem Anspruch tatsächlich gerecht wird, wird sich zeigen. Das Potenzial dafür ist jedenfalls vorhanden. Die Strecke verbindet einige der touristischen und kulturellen Höhepunkte des Kirner Landes und könnte damit durchaus eine interessante Ergänzung des bestehenden Angebots werden. Entscheidend wird am Ende sein, ob aus einer schön geplanten Route auch ein Angebot wird, das tatsächlich angenommen wird.

One thought on “Besser spät als nie: 27 Kilometer lange Themenradroute im Kirner Land nimmt Fahrt auf

  1. Wäre super – mit verkehrsrechtlicher Schulung auf der Strecke!! Damit sie erlernen, wenn ein Fahrrad-Wegweiser auf der Straße gekennzeichnet ist, dass man auch diesem folgen soll und nicht mit E-Bike, Rennrad oder sonstigem Gefährt den Bürgersteig benutzt! Viele Grüße aus Hochstetten

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