Woche für Woche am Spielfeldrand – Danke, Klaus Mittnacht

Mit Klaus Mittnacht (links neben Michael Müller) ist eine der prägendsten Persönlichkeiten des Sports im Kirner Land gestorben. Er wurde 83 Jahre alt. Jeder, der sich auch nur ein wenig für den Fußball in unserer Region interessierte, kannte Klaus. Sein Markenzeichen: der Fotoapparat um den Hals, der Notizblock in der Hand und meist hinter dem Tor am Spielfeldrand. Woche für Woche, Jahr für Jahr. Bei Wind und Wetter. Er war da – und hat den Fußball im Kirner Land begleitet wie kaum ein anderer. Klaus hat den regionalen Fußball nicht nur beobachtet, sondern gelebt. Er war Teil der goldenen Zeiten des Fußballs, als sonntags noch Hunderte Zuschauer an den Sportplätzen standen, Derbys das Dorf bewegten und Fußball mehr war als nur 90 Minuten. Er kannte die Spieler, die Trainer, die Vereine und vor allem die Geschichten dahinter. Und er war auch derjenige der den ersten Fan-Shop an der Nahe 1993 eröffnete.

Viele Jahre war Klaus als erfolgreicher Jugendleiter und Trainer der A-Jugend des VfR 07 Kirn tätig und hat Generationen junger Fußballer geprägt. Mit seinen Mannschaften feierte er zahlreiche Erfolge und machte sich weit über die Region hinaus einen Namen. Unvergessen bleiben die vielen Turniere im In- und Ausland, an denen er mit seinen Jugendteams teilnahm. Für viele seiner Spieler waren diese Fahrten unvergessliche Erlebnisse, die sie bis heute mit ihrem Trainer verbinden. Klaus verstand es, sportlichen Ehrgeiz mit Kameradschaft zu verbinden und gab seinen Schützlingen Werte mit auf den Weg, die weit über den Fußball hinausgingen. Als langjähriger Sportreporter des Öffentlichen Anzeigers war Klaus Mittnacht eine Institution. Mit Kamera und Notizblock hielt er über Jahrzehnte fest, was den Fußball im Kirner Land ausmachte. Kaum ein Spiel, kaum ein Derby, kaum ein Turnier, bei dem er nicht vor Ort war. Seine Berichte und Fotos dokumentierten die Geschichte des regionalen Sports und machten ihn zum Chronisten einer ganzen Fußballgeneration.

Vor allem aber war Klaus ein Typ. Einer aus der alten Fußballschule – bodenständig, leidenschaftlich, gradlinig und immer mit dem Herzen beim Sport. Er hatte Ecken und Kanten, eine klare Meinung und war bei Spielern, Trainern und Vereinsverantwortlichen gleichermaßen geschätzt. Solche Persönlichkeiten werden heute selten. Sie haben den Amateurfußball geprägt und ihm ein Gesicht gegeben. Mit Klaus verliert das Kirner Land nicht nur einen außergewöhnlichen Fußballkenner, sondern ein Stück seiner Sportgeschichte. Sein Platz am Spielfeldrand bleibt leer. Doch die Erinnerungen an ihn, seine Geschichten, seine Bilder und seine Begeisterung für den Fußball werden bleiben. Mach’s gut, Klaus. Danke für alles, was Du für den Fußball und die Menschen im Kirner Land getan hast. Du wirst an den Sportplätzen fehlen – dort, wo Du über Jahrzehnte Deinen festen Platz hattest.