Es ist wieder soweit: Die Sonne zeigt sich, die Vögel zwitschern – und irgendwo da draußen sollen sie sein: die Häuslebauer, die mit wehenden Bauplänen in der Hand Richtung Eigenheim marschieren. Theoretisch zumindest. Praktisch sieht die Lage im Kirner Land… sagen wir: überschaubar aus. Im Neubaugebiet „Scheiberling“ in Hochstetten scheint man sich auf eine besonders nachhaltige Bauweise geeinigt zu haben – nämlich gar nicht erst zu bauen. Seit rund zwei Jahren ist das Gebiet startklar, doch die Bautätigkeit erinnert eher an einen Winterschlaf, der nie so richtig geendet hat. Ein einzelnes Haus steht dort mittlerweile. Man könnte sagen: ein Leuchtturmprojekt. Oder auch: das einzige Lebenszeichen. Ganz anders – fast schon spektakulär – geht es derzeit im Neubaugebiet Oberhausen zu (Foto). Gleich vier Häuser entstehen gleichzeitig. Vier!
Für regionale Verhältnisse ist das beinahe eine Bau-Explosion. Nachdem auf der Höhe zuvor lange Zeit nichts als gute Aussicht geboten wurde, scheint nun tatsächlich etwas „gebacken“ zu sein. Man reibt sich verwundert die Augen: Es wird gebaut! Nicht zu vergessen hennweiler: Dort warten gleich zwei Bodenplatten auf Steine. Doch der scheinbare Aufschwung hat seinen Preis – und der ist, wenig überraschend, ziemlich hoch. Bauen ist inzwischen ein Hobby für Fortgeschrittene. Oder genauer: für Menschen mit sehr gut bezahlten Jobs, stabilem Nervenkostüm und idealerweise einer Erbschaft im Rücken. Für alle anderen bleibt der Traum vom Eigenheim oft genau das – ein Traum. Vielleicht mit Garten. Aber nur auf dem Papier. Und trotzdem: Es ist Frühling. Die Hoffnung blüht bekanntlich zuletzt – gleich neben den Baugrundstücken, auf denen vielleicht irgendwann tatsächlich mehr als nur ein einzelnes Haus steht.




