Im aktuellen Kaufkraft-Ranking des Institut der deutschen Wirtschaft Köln wird nicht gemessen, wer das höchste Einkommen hat – sondern wer am meisten davon übrig behält. Entscheidend ist also die reale Kaufkraft: Einkommen abzüglich Lebenshaltungskosten. Oder einfacher gesagt: Wer kann sich nach Abzug von Miete, Energie und Alltag noch etwas leisten – und wer schaut eher aufs Konto als ins Schaufenster. In diesem Wettbewerb der „gefühlten Wohlstandslage“ hat sich die Stadt Heilbronn an die Spitze gesetzt. Dort bleibt den Menschen statistisch besonders viel Geld übrig – vermutlich genug, um sich nicht nur das Dach, sondern auch gleich die passende Solaranlage dazu leisten zu können.
Und der Landkreis Bad Kreuznach? Der landet solide im unteren Mittelfeld. Ein Ergebnis, das man auch als „bemüht stabil“ beschreiben könnte: nicht arm genug für Schlagzeilen, aber auch nicht reich genug für Neid. Eine Region, in der man sich den Alltag leisten kann – aber vielleicht nicht unbedingt die Illusion, ganz vorne mitzuspielen. Besonders bemerkenswert ist jedoch das Abschneiden der Stadt Kirn. Oder besser gesagt: ihr Nicht-Abschneiden. Denn Kirn taucht im gesamten Ranking schlicht nicht auf. Kein Platz, keine Zahl, kein Sternchen. Während andere Städte um Ranglistenplätze konkurrieren, setzt Kirn offenbar auf ein minimalistisches Konzept: Wer nicht gelistet ist, kann auch nicht schlecht abschneiden.
Offiziell liegt das daran, dass kleinere Städte in solchen Studien nicht einzeln ausgewiesen werden, sondern im Landkreis „mitlaufen“. Inoffiziell könnte man sagen: Kirn praktiziert bereits die effizienteste Form der Statistikvermeidung. Für den Landkreis bedeutet das: Die Kaufkraft seiner Bürgerinnen und Bürger bewegt sich leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Es bleibt also nach Abzug der Lebenshaltungskosten weniger übrig als im Schnitt – aber immerhin noch genug, um festzustellen, dass es anderswo mehr ist. Die gute Nachricht: Man ist nicht Schlusslicht. Die ehrliche Nachricht: Man ist auch nicht vorne. Und Kirn? Hat sich den ganzen Wettbewerb einfach gespart. Wie könnte die Kleinstadt auch gelistet sein bei 400 Städten im Ranking.




