Wenn in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen näher rücken, dann lohnt sich offenbar auch ein Blick nach Kirn. Der SPD-Stadtverband Kirn lud die Mainzer Staatssekretärin Simone Schneider und den Landtagskandidaten Denis Alt zum Stadtrundgang ein. Thema des Rundganges: Bauprojekte. Oder genauer gesagt: Bauprojekte, über die man in Kirn schon seit Jahren spricht. Besichtigt wurden unter anderem die Wäscherei Schäfer, das Sparkassengebäude, der Bereich des Stadtparks sowie weitere Projekte in der Innenstadt. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam – wie könnte es anders sein – der Marktplatz. Dessen Umgestaltung steht gefühlt schon so lange auf der Wunschliste, dass man fast glauben könnte, sie gehöre inzwischen zum historischen Stadtbild. Doch nun, pünktlich zur politischen Hochsaison, gibt es wieder wohlklingende Unterstützungssignale aus Mainz.
Das Prinzip ist dabei nicht neu: Wenn Wahlen vor der Tür stehen, schauen die Genossen gern vorbei und versichern, wie wichtig ihnen die Entwicklung der Stadt ist – inklusive freundlicher Worte zum Marktplatz. Dass dieses Projekt seit Jahren angekündigt wird, ohne dass tatsächlich gebaut wird, scheint dabei eher ein Detail am Rande zu sein. Kirn hat kein Geld. Erfahrungsgemäß bleiben solche Versprechen nach dem Wahltermin gerne dort, wo sie ausgesprochen wurden: beim Stadtrundgang. Auch beim Kirner Krankenhaus gab es beruhigende Worte. Das müsse selbstverständlich erhalten bleiben, hieß es, und nun sei vor allem der Träger gefragt. Das klingt fast so, als hätten Land und SPD den Standort über all die Jahre hinweg stets mit voller Kraft gestützt. Wer die Entwicklung rund um das Krankenhaus länger verfolgt, dürfte sich bei dieser Darstellung allerdings ein leichtes Schmunzeln kaum verkneifen können.



