Seit Jahren wird gewarnt: Der Wolf kommt. Er lauert angeblich hinter jeder Hecke, schleicht durch jedes Tal und sorgt für schlaflose Nächte in so mancher politischen Debatte. Kaum ein Tier hat es in den letzten Jahren geschafft, so zuverlässig Angst und Schlagzeilen zu produzieren. Und dann passiert in Dhaun etwas völlig Unerhörtes. Nicht der viel beschworene Wolf greift an. Kein Heulen im Mondlicht, kein Rudel aus dem Wald. Stattdessen steht plötzlich ein Mufflon vor der Haustür. Ein Wildschaf. Mit Hörnern. Und offenbar mit schlechter Laune. Der Bock macht kurzen Prozess, stößt eine Frau mit gesenkten Hörnern um und sorgt damit für eine Nachricht, die so gar nicht ins gewohnte Drehbuch passt. Während man sich anderswo noch fragt, ob der Wolf vielleicht demnächst die Mülltonnen plündert, zeigt ein Mufflon, dass Hörner ebenfalls überzeugende Argumente sein können. Man könnte also sagen: Während alle nach dem Wolf Ausschau halten, kommt das eigentliche Drama mit Lockenfell und gebogenen Hörnern um die Ecke. Vielleicht braucht es also bald neue Warnschilder: „Achtung – Mufflon könnte spontan schlechte Laune haben.“
Der böse Wolf? Von wegen – jetzt kommt das Killer-Mufflon




