Es hätte eine große Chance für die Ortsgemeinde sein können – vielleicht sogar ein Meilenstein in der lokalen Kulturgeschichte. Doch was ist daraus geworden? Nichts. Stattdessen: Schweigen, Zögern, Vergessen. Die Rede ist von den Edelstahlkunstwerken des verstorbenen Kunstschmieds Helmut Reit. Werke, die in ihrer Qualität und Ausdruckskraft weit über die Region hinaus Anerkennung fanden und einst sogar im Fernsehen vorgestellt wurden. Werke, die dem Ort Akzente hätten verleihen können. Die Familie war bereit, ausgewählte Stücke der Gemeinde zu überlassen – kostenlos, wohlgemerkt. Und die Ortsgemeinde bekundete Interesse. Warum auch nicht? Eine seltene Gelegenheit, ein kulturelles Erbe dauerhaft sichtbar zu machen und öffentliche Plätze aufzuwerten. Was tat die Ortsgemeinde? Sie vertagte, vertröstete, diskutierte – und ließ die Zeit verstreichen.
Zwei Jahre lang passierte nichts Substanzielles. Keine Entscheidung, kein Konzept, kein erkennbarer Wille zur Umsetzung, und dies, trotz vorheriger Ankündigung. Und nun ist es zu spät: Das Haus wurde vor Monaten verkauft, samt aller Kunstwerke. Die Edelstahlskulpturen, die einst in Reits Werkstatt entstanden, stehen jetzt anderswo – nur nicht dort, wo sie hingehört hätten: in seinem Heimatort. Was bleibt, ist das unangenehme Gefühl, dass hier mehr als nur ein Kunstprojekt gescheitert ist. Es ist ein Beispiel dafür, wie Kulturarbeit im Kleinen scheitern kann, wenn Engagement und Entscheidungsfreude fehlen. Es ist auch ein stiller Abschied von einemEdelstahl-Freigeist, dessen Werk man hätte ehren können – und sollen. Stattdessen wehen noch immer dieselben Fahnen auf dem Kreisel, wo einst ein Windspiel hätte stehen können.



