Wenn andere an Halloween die Geister aus dem Keller holen, dann zieht sie wieder los: die gemischte Streife von Polizei Kirn und dem kommunalen Vollzugsdienst der Verbandsgemeinde Kirner Land in ihren typischen „Kostümen“. Das Motto des Abends lautete offenbar: „Süßes oder Saures – und wenn sauer, dann bitte mit gültigem Ausweis!“ Laut Pressemitteilung wurden im Rahmen der gemeinsamen Präventionsstreife mehrere Personenkontrollen durchgeführt. Außerdem besuchte das Team Gaststätten und verschiedene Halloween-Veranstaltungen. Auch Spielplätze und Schulgelände standen im besonderen Fokus. Man könnte also sagen: Die Streife war überall dort unterwegs, wo sich möglicherweise kleine und große Monster herumtreiben könnten. Die gute Nachricht: Bei den Kontrollen wurden keinerlei Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt. Kein unerlaubter Alkohol, keine jugendschutzrechtlichen Ausrutscher und offenbar auch keine Vampire, die sich an Minderjährigen vergriffen hätten. Ein voller Erfolg für den Jugendschutz – und eine herbe Enttäuschung für alle, die auf eine spektakuläre Halloween-Schlagzeile gehofft hatten. Ganz ohne Beute kehrte das Streifenteam allerdings nicht zurück.
Im Verlauf des Abends wurden sechs Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt und geahndet. Sechs Mal also gab es kein süßes Ende, sondern offenbar ein saures Erwachen. Ob Falschparker, Verkehrssünder oder andere Kandidaten, die den Halloween-Abend etwas zu locker nahmen, bleibt in der Pressemitteilung offen. Vielleicht war ja auch der eine oder andere unterwegs, der dachte, mit einem Halloween-Kostüm sei man im Straßenverkehr unsichtbar. Kleiner Tipp: Das funktioniert höchstens bei Geistern. Die offizielle Bilanz der Polizei Kirn fällt ausgesprochen positiv – oder eben ausgesprochen langweilig – aus. Man könnte fast meinen, die Geister hätten sich an diesem Abend an die guten Sitten gehalten. Keine größeren Ausschreitungen, keine besonderen Vorkommnisse und keine jugendschutzrechtlichen Überraschungen. Bleibt nur die Frage: War es die abschreckende Wirkung der „Kostüme“ oder einfach die Erkenntnis, dass Polizei und Ordnungsamt auch an Halloween keinen Spaß verstehen, wenn es um Jugendschutz und Verkehrsregeln geht?




