Waldbrand am Rotenfels: Kampfmittel im Boden – warum blieb die Steinbruch-Erweiterung unerwähnt?

Bei einer Waldbegehung mit der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Eder standen die Folgen des Waldbrandes am Rotenfels und die Zukunft der betroffenen Waldflächen im Mittelpunkt. Die geplante Erweiterung des Steinbruchs der Basalt AG wird in der Pressemitteilung der GRÜNEN dagegen nicht erwähnt – obwohl sich Fragen zu möglichen Kampfmittelbelastungen des Geländes stellen. Trotz anfänglich kräftigen Regens kamen am 21. Oktober rund 50 Interessierte zur Waldbegehung des GRÜNEN Kreisverbands Bad Kreuznach. Unter Führung von Förster Lorenz Berger ging es um die schwierigen Löscharbeiten, die Zukunft des Waldes und die Lehren für den Katastrophenschutz. Eine besondere Herausforderung waren die während des Brandes detonierenden Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Hinzu kamen die Sicherstellung der Löschwasserversorgung und die schwierigen Entscheidungen rund um die Evakuierung von Traisen. Nur wenige Tage später stand bei einem weiteren Waldspaziergang des Bad Kreuznacher Waldhilfevereins die geplante Steinbruch-Erweiterung ausdrücklich im Mittelpunkt. Rund 40 Teilnehmer informierten sich über die Folgen einer möglichen Abholzung von sechs Hektar Stadtwald. Revierförster Lorenz Berger verwies dabei insbesondere auf die Klimafunktion des Waldes, der durch die Abkühlung der Luft auch für die Stadt von Bedeutung sei. Der Vorsitzende der Waldhilfe, Hansjörg Rehbein, erklärte, der Verein lehne die Erweiterung nach derzeitigem Stand ab.

Die Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg werfen unterdessen Fragen auf, die über den Waldbrand hinausreichen könnten. Die Basalt AG plant, ihren Steinbruch auf Bad Kreuznacher Gemarkung um rund sechs Hektar zu erweitern. Ob sich die Brandfläche mit dem geplanten Erweiterungsgebiet überschneidet, ist bislang nicht geklärt. Ebenso gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, ob die vorgesehene Abbaufläche mit Kampfmitteln belastet ist. Sollte sich eine solche Belastung bestätigen, könnten vor umfangreichen Erdarbeiten zusätzliche Untersuchungen oder Räummaßnahmen erforderlich werden. Vor diesem Hintergrund fällt auf, dass die Steinbruch-Erweiterung in der Pressemitteilung der GRÜNEN zur Waldbegehung mit Katrin Eder keine Erwähnung findet. Stattdessen konzentriert sich die Mitteilung auf den Katastrophenschutz, die Waldentwicklung und die Klimakrise. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Thema vor Ort nicht angesprochen wurde. Aus der Veröffentlichung geht lediglich nicht hervor, ob darüber gesprochen wurde. Dennoch stellt sich die Frage: Wurde die Steinbruch-Erweiterung bei der Begehung thematisiert? Und wurde geprüft, ob die beim Waldbrand bekannt gewordenen Munitionsreste für das geplante Erweiterungsgebiet von Bedeutung sein könnten? Während bei der Veranstaltung der Waldhilfe die möglichen Folgen des Steinbruchvorhabens für Klima, Stadtwald und Tierwelt ausdrücklich diskutiert wurden, bleibt ein möglicher Zusammenhang mit der Kampfmittelbelastung bislang ungeklärt. Eine Stellungnahme der GRÜNEN und der Basalt AG könnte zur Klärung beitragen. Entscheidend ist zunächst, ob sich die Flächen überschneiden und ob die zuständigen Behörden eine mögliche Kampfmittelbelastung im Erweiterungsgebiet untersuchen müssen.

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