Erst feiern, dann sperren: Die Schmidtburg gibt Rätsel auf

Da wurde Ende September auf der Schmidtburg im Hahnenbachtal groß gefeiert. Ein stolzes Jubiläum, viele Besucher und ein Fest an zwei sonnigen Tagen in historischer Kulisse. Und jetzt das: Die 1100 Jahre alte Burganlage ist ab sofort vollständig gesperrt. Häh? Der Grund laut Verbandsgemeinde Kirner Land und Ortsgemeinde Schneppenbach: festgestellte Gefahrenstellen. Natürlich gilt: Sicherheit geht vor. Wenn Gefahr droht, muss gehandelt werden. Daran gibt es nichts zu rütteln. Trotzdem darf man bei dieser zeitlichen Abfolge durchaus die Stirn runzeln. Erst feiert man auf der Burg, kurz darauf darf sie niemand mehr betreten. Da stellt sich doch die Frage: Waren die Gefahrenstellen tatsächlich erst nach dem Fest erkennbar? Oder waren sie möglicherweise schon vorher vorhanden? Das soll keine Unterstellung sein, aber eine Erklärung wäre durchaus angebracht.

Schließlich stehen die alten Mauern nicht erst seit gestern dort. Und die Schmidtburg ist nicht irgendeine abgelegene Ruine, sondern ein bedeutendes Ausflugsziel und Teil des Premiumwanderwegs Hahnenbachtal. Die Sperrung betrifft damit nicht nur diejenigen, die gezielt die Burg besuchen möchten, sondern auch Wanderer, die auf ihrer Tour dieses historische Highlight erleben wollen. Umso wichtiger wäre eine klare Information darüber, welche Bereiche betroffen sind und welche Auswirkungen die Sperrung auf den Wanderweg hat. Damit kommen wir zur nächsten Frage: Die Verbandsgemeinde spricht in ihrere Meldung von „Gefahrenstellen“ – also Mehrzahl. Wie viele sind es denn nun? Zwei, fünf oder zehn? Oder ist es am Ende nur eine einzige Stelle, die zur vollständigen Sperrung der gesamten Anlage führt?

Wo liegen diese Gefahrenstellen überhaupt? Was genau ist gefährlich? Und warum muss gleich die ganze Burg gesperrt werden? Vielleicht gibt es dafür gute Gründe. Nur: Die veröffentlichte Meldung gibt darüber leider keinen Aufschluss. Die Besucher erfahren lediglich, dass sie draußen bleiben sollen. Das Warum und das Wo bleiben offen. Interessant wäre auch zu erfahren, ob die Sicherheit der Anlage vor dem großen Fest überprüft wurde und ob dabei bereits Auffälligkeiten festgestellt worden sind. Falls nicht: Was hat sich seitdem verändert? Niemand erwartet, dass eine jahrhundertealte Ruine ohne Risiken ist. Aber wer ein großes Fest an einem solchen Ort veranstaltet, darf sich durchaus die Frage gefallen lassen, wie es um die Sicherheit bestellt war. Und wer anschließend eine komplette Sperrung verkündet, sollte erklären können, warum diese notwendig ist.

Die Schmidtburg hat Jahrhunderte überstanden. Nun stehen wir vor verschlossenen Zugängen und rätseln über die Gefahrenstellen. Und wer auf dem Premiumwanderweg Hahnenbachtal unterwegs ist, muss sich ebenfalls fragen, wie sich die Sperrung auf das Wandererlebnis auswirkt. Erst feiern wir Geschichte, dann sperren wir sie aus. Vielleicht sollte die Verbandsgemeinde noch eine kleine Führung anbieten – nicht durch die Ruine, sondern durch die Begründung der Sperrung. Denn Sicherheit ist wichtig. Transparenz aber auch. Und ob es nun eine Gefahrenstelle oder gleich mehrere sind, sollte eigentlich kein historisches Geheimnis bleiben. „Sobald die Schmidtburg wieder freigegeben werden kann, informieren wir euch. Schon jetzt vielen Dank für Eure Unterstützung“ – heißt es im letzten Satz. Das kann alles sein. Nchste Woche, in ein paar Monaten oder Jahren?

Link zur Sperrung:

https://www.kirner-land.de/aktuelles/aktuelle-meldungen/weitere-informationen/achtung-schmidtburg-im-hahnenbachtal-gesperrt

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