Zweieinhalb Jahre nach der Hochwasserkatastrophe wollten wir wissen, was aus den damals gesammelten Spenden geworden ist: Wie viel Geld kam zusammen, wofür wurde es eingesetzt und welche Projekte stehen noch an? Uns ging es dabei ausdrücklich nicht darum, die geleistete Hilfe infrage zu stellen, sondern um eine transparente Bilanz. Auf unsere Anfrage haben sowohl die Soonwaldstiftung als auch der Kirner Bürgermeister Frank Ensminger geantwortet. Die Soonwaldstiftung teilte mit, dass die Spendenaktion noch nicht abgeschlossen sei und weiterhin Mittel zur Verfügung stünden. Einen abschließenden Bericht gebe es deshalb noch nicht. Dieser soll später unter anderem Aufschluss darüber geben, wie hoch das gesamte Spendenaufkommen war und welcher Betrag für den vorgesehenen Zweck verwendet wurde. Die Stiftung betont, dass die Spenden „1:1 ohne Abzüge“ dem genannten Zweck zugutekommen. Aus dem bereits im Februar veröffentlichten Zwischenbericht ist bekannt, dass rund 70 Einzelfälle unterstützt wurden. Auch die Anschaffung von Trocknungsgeräten gehörte zu den Hilfsmaßnahmen.
Die Stiftung steht nach eigenen Angaben mit den Kommunen der betroffenen Orte in Kontakt. In Kirn-Sulzbach und anderen betroffenen Gemeinden sollen im Rahmen nachhaltiger Projekte verschiedene Bereiche neu entwickelt werden, unter anderem gemeinsam mit der Landschaftsarchitektin Heike Boomgaarden. Es fehlen noch Angaben zur Gesamthöhe der eingegangenen Spenden, zu den bisherigen Ausgaben und zu den aktuell verfügbaren Mitteln. Diese Fragen sollen erst mit dem Abschlussbericht beantwortet werden. Auch die Antwort von Bürgermeister Frank Ensminger liefert Zahlen. Nach seinen Angaben hat die Stadt Kirn bislang zwischen 60.000 und 100.000 Euro in Kirn-Sulzbach investiert, die unmittelbar mit den Hochwasserschäden zusammenhängen. Allerdings stammt nur ein kleiner Teil davon aus Spenden: Ensminger beziffert diesen Anteil auf etwa 10.000 bis 14.000 Euro. Damit wird deutlich, dass die Stadt erheblich mehr für die Bewältigung der Hochwasserschäden ausgegeben hat, als aus Spenden finanziert wurde.
Wir bleiben an dem Thema dran und werden über die weitere Entwicklung sowie insbesondere über die angekündigte Abschlussbilanz berichten.




