Neues vom Polizeibericht: Dienstagmorgen, 7 Uhr, Kirner Bahnhof. Während die einen noch mit Kaffee und Müdigkeit kämpfen, rückten Polizeiinspektion Kirn, Bundespolizei und Kommunaler Vollzugsdienst zur gemeinsamen Kontrolle an. Wobei man zumindest bei der Polizei nicht gerade von einem langen Anfahrtsweg sprechen konnte: Die Polizeiinspektion hat ihre Dienststelle schließlich direkt am Bahnhof – kontrolliert wurde also praktisch vor der eigenen Haustür. Und da liegt offenbar einiges im Argen. Eine Stunde lang wurde genau hingeschaut – und offenbar gab es einiges zu sehen. 50 Personen wurden kontrolliert. Bei zwei Personen wurden jeweils ein Taschenmesser und bei vier weiteren Personen jeweils ein Cuttermesser festgestellt. Eine weitere Person führte fünf einzelne Messerklingen mit sich. Ein Rasiermesser, das im Zusammenhang mit einer Berufsausübung mitgeführt wurde, stellten die Einsatzkräfte ebenfalls fest.
Hintergrund ist das rheinland-pfälzische Messerverbot im öffentlichen Personennahverkehr. Das gilt grundsätzlich auch für Taschen- und Arbeitsmesser. Wer dagegen verstößt, muss mit mindestens 250 Euro Bußgeld rechnen. Das Zehn-Euro-Taschenmesser kann also schnell zum 250-Euro-Schnäppchen werden. Neben den Messern wurden bei zwei Minderjährigen Vapes entdeckt. Und auch der Busbahnhof hatte etwas zu bieten: Fünf Verstöße gegen das Verkehrszeichen 250 – das gute alte „Verbot für Fahrzeuge aller Art“. Eine Stunde Kontrolle, 50 Personen und reichlich Arbeit für die Einsatzkräfte. Praktischer geht es kaum: Die Polizei musste für den Einsatz nicht einmal in den Streifenwagen steigen. Der Kirner Bahnhof hat damit einmal mehr gezeigt: Selbst zwischen 7 und 8 Uhr kann hier einiges passieren. Und wer künftig zum Bahnhof kommt, sollte vielleicht nicht nur auf den Fahrplan schauen, sondern auch darauf, was er in der Tasche hat – und wo er sein Auto abstellt.




