Mehr Gesteinsabbau, häufigere Sprengungen und zusätzlicher Verkehr oberhalb der Stadt? Noch ist nichts bestätigt. Doch mehrere Entwicklungen werfen die Frage auf, welche Rolle der Steinbruchbereich „Auf Halmen“ künftig spielen könnte. Auf Kirn könnten unruhige Zeiten zukommen. Mittelfristig könnte im alten Steinbruchbereich „Auf Halmen“ wieder deutlich mehr Gestein abgebaut werden – mit möglichen Folgen für die Anwohner: mehr Lärm, Erschütterungen, Staub, Sprengungen und zusätzlicher Transportverkehr. Offiziell bestätigt ist eine solche Entwicklung bislang nicht. Nach Angaben von Udo Bock, Leiter der zuständigen Niederlassung, ist der Steinbruch keineswegs stillgelegt. Unter dem Namen „Benkelberg“ werde dort bereits seit den 1970er-Jahren kontinuierlich Gestein abgebaut. Die Arbeiten hätten sich bislang überwiegend auf den unteren Bereich konzentriert und seien deshalb von außen kaum wahrgenommen worden. Auch die Verbindung zwischen Benkelberg und Hellberg besteht nach Unternehmensangaben seit Jahrzehnten. Die Straße wurde vor rund fünf Jahren instand gesetzt und wird bereits seit Langem für Materialtransporte zwischen den Steinbrüchen genutzt.
Nun gibt es ein weiteres Detail, das Fragen aufwirft: An der bestehenden Verbindungsstraße sollen offenbar Bäume gefällt werden. Handelt es sich um reguläre Arbeiten oder könnte die Strecke künftig stärker genutzt werden? Ein Zusammenhang mit einer möglichen Ausweitung des Steinbruchbetriebs ist bislang nicht belegt. Dennoch wäre interessant zu erfahren, welche Arbeiten konkret vorgesehen sind. Im Bereich „Auf Halmen“ befinden sich weiterhin größere Gesteinsvorkommen. Gleichzeitig wird der Steinbruch am Hellberg umfassend modernisiert. Eine neue Aufbereitungsanlage soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Damit stellt sich die Frage: Woher kommt künftig das Gestein – und welche Rolle könnten Benkelberg und „Auf Halmen“ dabei spielen? Bereits 2022 hatte eine mögliche Erweiterung des Abbaus in Richtung Dhauner Wald für Diskussionen und Widerstand gesorgt. Die Pläne stießen auf erheblichen Gegenwind. Sollte „Auf Halmen“ nun stärker in den Fokus rücken, stellt sich die Frage, ob sich die Schwerpunkte der Abbauplanung verschieben könnten. Ein solcher Zusammenhang ist allerdings bislang nicht nachgewiesen.
Sollte „Auf Halmen“ künftig tatsächlich stärker für den Gesteinsabbau genutzt werden, könnten die Folgen für die Menschen unterhalb des Bereichs spürbar sein. Je nach Umfang des Betriebs wären häufigere Sprengungen, mehr Lärm und Erschütterungen, zusätzliche Staubbelastungen sowie ein höheres Transportaufkommen denkbar. Wie realistisch dieses Szenario ist, lässt sich derzeit nicht verlässlich beurteilen. Dafür fehlen konkrete Angaben zu möglichen Abbauplänen, Betriebszeiten, Sprengungen und Transportwegen. Die vorhandenen Gesteinsvorkommen, der laufende Betrieb am Benkelberg und die Modernisierung am Hellberg geben Anlass, die künftige Nutzung von „Auf Halmen“ genauer zu hinterfragen. Sie beweisen jedoch nicht, dass der Abbau dort ausgeweitet werden soll. Entscheidend wird sein, welche Pläne das Unternehmen tatsächlich verfolgt.
Ist eine intensivere Nutzung vorgesehen? Welche Bedeutung soll die Verbindungsstraße künftig haben? Und mit welchen Auswirkungen müssten die Anwohner rechnen? Hier wäre Transparenz gefragt. Die Menschen in Kirn sollten frühzeitig erfahren, welche Entwicklungen geplant sind und welche Belastungen gegebenenfalls auf sie zukommen könnten. Unruhige Zeiten für Kirn? Noch ist das ein mögliches Szenario, keine bestätigte Entwicklung. Doch die offenen Fragen sind relevant genug, um ihnen nachzugehen. Sollte „Auf Halmen“ künftig wieder deutlich stärker genutzt werden, könnte das für die Stadt und ihre Anwohner weitreichende Folgen haben.




