Hurra, Düker durch Hahnenbach wird günstiger – warum nicht gleich so?

Es gibt gute Nachrichten für die Gebührenzahler: Die Erneuerung des Dükers unter dem Hahnenbach wird voraussichtlich rund 349.000 Euro günstiger als ursprünglich vorgesehen. Statt der geplanten geschlossenen Bauweise soll der Düker nun offen erneuert werden. Ursprünglich sollte der Kanal unter dem Hahnenbach hindurchgepresst werden. Bei den laufenden Erdarbeiten kamen jedoch unter anderem Eisenträger, Betonreste, größere Steine und Bachfindlinge zum Vorschein. Das beauftragte Bohrunternehmen stellte daraufhin fest, dass das Durchbohren unter diesen Bedingungen technisch schwierig werden könnte. Die Planung wurde geändert. Nach dem geprüften Nachtragsangebot ist die offene Bauweise nicht nur möglich, sondern 349.130,26 Euro günstiger.

Für die Gebührenzahler ist das zweifellos erfreulich. Aber bei einer solchen Summe darf man auch einmal genauer hinschauen. Warum wurde ursprünglich die geschlossene Variante gewählt, wenn sich die offene Bauweise nun als erheblich günstiger erweist? Genau diese Frage stellte Ausschussmitglied Jörg Schäfer in der jüngsten Sitzung. Nach der Wahrnehmung eines Sitzungsbeobachters blieb die Antwort allerdings eher allgemein. Natürlich kann niemand vorhersehen, was sich unter einem Bachbett verbirgt. Unerwartete Hindernisse können eine Änderung der Bauweise notwendig machen. Dennoch bleibt die Frage, welche Varianten und Kosten vor Beginn der Maßnahme geprüft wurden und ob die offene Bauweise bereits im Vorfeld als Alternative berücksichtigt worden war. Denn 349.130,26 Euro sind kein Kleingeld. Mit diesem Geld ließen sich beispielsweise Straßen und Wege instand setzen, Spielplätze modernisieren, öffentliche Einrichtungen verbessern oder Vereine und andere örtliche Projekte unterstützen. Umso bemerkenswerter ist der Vorgang: Erst wird die teurere Variante geplant, dann wird umgeplant – und plötzlich sind fast 350.000 Euro gespart.

Für den Gebührenzahler klingt das zunächst nach einer guten Nachricht. Gleichzeitig drängt sich die Frage auf, ob das Geld nicht von Anfang an hätte eingespart werden können. Schließlich handelt es sich nicht um das private Portemonnaie der Verantwortlichen, sondern um öffentliche beziehungsweise gebührenfinanzierte Mittel. Oder, bewusst überspitzt und mit einem Augenzwinkern: Mit fremdem Geld lässt sich offenbar leichter großzügig planen als mit dem eigenen. Das ist ausdrücklich als satirische Zuspitzung zu verstehen und nicht als Behauptung über die persönlichen Motive einzelner Verantwortlicher. Wer die Abläufe kritisch verfolgt, könnte darin jedenfalls Stoff für eine kleine Geschichte über „Pleiten, Pech und Pannen“ sehen. Denn die eigentliche Frage bleibt: Warum musste erst gebaut und umgeplant werden, damit man herausfindet, dass es auch 349.130,26 Euro günstiger geht?

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