Wie geht es mit den weiterführenden Schulen in Kirn weiter? Diese Frage wurde gestern im Gesellschaftshaus intern mit Vertretern aus Politik und Lehrerschaft besprochen. Die Kirner-Land-Nachrichten haben dabei gewissermaßen mit einem Ohr mitgehört. Offiziell ist noch nichts entschieden. Doch zwischen den Zeilen war durchaus zu erkennen, wohin die schulische Reise gehen könnte. Landrätin Bettina Dickes informierte über Schülerzahlen und mögliche Veränderungen. Klar wurde dabei: Der Kreis könnte noch in diesem Jahr eine grundsätzliche Entscheidung über die Zukunft der Kirner Realschulen plus treffen. Denn die demografische Entwicklung spricht langfristig gegen zwei eigenständige Realschulen plus. Noch sind die Schülerzahlen vergleichsweise stabil, teilweise steigen sie sogar. Doch ab 2033 geht es nach den Prognosen deutlich bergab – auf etwa 60 Schülerinnen und Schüler für beide Schulen zusammen. Dann dürfte die Frage nicht mehr lauten, ob zwei Realschulen plus dauerhaft tragfähig sind, sondern warum es überhaupt noch zwei gibt.
Das Gymnasium soll bleiben. Eine IGS steht offenbar nicht auf dem Wunschzettel, ist aber auch nicht völlig vom Tisch. Am deutlichsten zeichnet sich derzeit deshalb eine andere Variante ab: Aus zwei Realschulen plus wird eine. Nur keine Sorge: Morgen früh wird nicht einfach ein Schlüssel umgedreht und an „Auf Halmen“ hängt ein Zettel mit „Wir bedanken uns für Ihre jahrzehntelange Treue“. So schnell geht Verwaltung dann doch nicht. Zunächst müsste der Kreistag die grundsätzliche Richtung beschließen. Langfristig könnte es in Kirn nur noch einen Realschul-plus-Standort geben. „Auf Halmen“ wäre damit perspektivisch der Standort, der seine schulische Zukunft verliert. Danach bliebe Zeit für Gespräche und Planung. Bestandsschutz für die Schülerinnen und Schüler in ihren bisherigen Systemen soll gewährleistet bleiben, ein möglicher Umzug wäre erst am Ende des Prozesses vorgesehen.
Bis in die frühen 2030er-Jahre könnte so aus zwei unterschiedlichen pädagogischen Konzepten ein gemeinsames Modell entstehen: „Auf Halmen“ arbeitet kooperativ, „Auf Kyrau“ integrativ. Ganz einfach dürfte das nicht werden. Schulleitungen, Kollegien, Eltern und Schüler werden mitreden wollen, auch das Bildungsministerium dürfte beteiligt sein. Am Ende soll schließlich nicht nur ein neuer Name auf dem Briefkopf stehen, sondern eine Schule, die pädagogisch funktioniert. Auch finanziell könnte die Entscheidung wichtige Weichen stellen. Solange unklar ist, welcher Standort langfristig gebraucht wird, investiert man ungern Millionen in beide Schulen. Erweiterungsbau, Mensa und Fachräume lassen sich leichter gemäß Schulentwicklungsplan planen, wenn klar ist, wo die Reise hingeht. Und die könnte räumlich Richtung Kyrau und Gymnasium führen. Dort liegen die weiterführenden Schulen bereits heute dicht beieinander. Perspektivisch könnte daraus ein größerer Schulstandort werden.
Ob dafür gebaut, erweitert oder umgebaut werden muss, ist die nächste Frage. „Auf Halmen“ wäre damit allerdings nicht sofort Geschichte. Bis dahin fließt noch viel Wasser die Nahe hinunter. Ein Übergang über mehrere Jahre wäre notwendig, um Schülerjahrgänge, Personal und die beiden unterschiedlichen Schulkonzepte zusammenzuführen. Die spannende Frage lautet deshalb vielleicht gar nicht mehr, ob aus zwei Realschulen plus eine wird. Spannend wird vielmehr, wie man es macht. Wer darf mitreden? Was bleibt von „Auf Halmen“ übrig? Was wird von „Auf Kyrau“ übernommen? Und vor allem: Wer bekommt am Ende den Schlüssel? Noch ist das Zukunftsmusik. Doch wenn der Kreistag noch in diesem Jahr den ersten Pflock einschlägt, beginnt vermutlich erst der wirklich interessante Teil. Denn Schulen zusammenlegen ist eine Sache. Eine gemeinsame Schule daraus zu machen, ist eine ganz andere.





Ich stelle dazu mal folgendes fest: Mit so einer Konzeption wirkt man einem ständigen Lehrermangel entgegen. Der Punkt hätte sich damit erledigt.
Aber ich habe dazu auch noch eine Frage: Wenn die Schülerzahlen rückläufig sind, hängt das ja auch mit den rückläufigen Geburten zusammen. Weniger Geburten bedeutet, dass man auch weniger Kindergartenplätze benötigt. Warum wird dann ein neuer Kindergarten für viel Geld gebaut? Der würde sich dann ja auch von selbst erledigt und man könnte das Geld auch für andere Dinge gebrauchen, z.B. die Jugendarbeit. Auf jeden Fall wäre der Stadtsäckel auch entlastet.
Die Frage von Heike ist berechtigt. Ich denke wir alle hier auf KLN wissen die Lösung:
Die Realschule auf Halmen zu machen. In die Realschule an der Kyrau verschmelzen. Danach das Gebäude auf Halmen super reinigen. Und es als Kindergartengebäude nutzen.
Das spart einen teuren Neubau des Kindergarten. Es muss kein Grundstück gesucht werden. Keine unnötigen Kosten.
Gleichzeitig, wenn alle weiter führenden Schulen in der Nähe der Kyrau sind, spart das Benzin und Logistik für die Schulbusse, da nur noch ein Ort zum Ein- und Aussteigen angefahren werden muss.