Drei Häuser für die Kinder: Siegerentwurf für neue Kita Kirn vorgestellt

Alle Augen richteten sich heute nach Kirn: Dort wurden am Vormittag die Preisträgerinnen und Preisträger des Architekturwettbewerbs für den Neubau der Kindertagesstätte Kyrau geehrt. Alle eingereichten Entwürfe hingen an Schautafeln. Damit ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem der bedeutenden Bauvorhaben der Stadt erreicht. Geplant ist eine neue neungruppige Kindertagesstätte, die hinter der Sporthalle Kyrau im Bereich der Verlängerung von Rasen- und Hartplatz entstehen soll. Der Wettbewerb wurde von der Stadt Kirn als einphasiger, nichtoffener hochbaulicher und freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb ausgelobt. Der Siegerentwurf kommt von den Freien Architekten haas cook zemmrich STUDIO2050 aus Landau. Die gliedern die neue Kita in drei eigenständige, miteinander verbundene Häuser, die sich maßstäblich und selbstverständlich in die Landschaft einfügen und vielfältige Innen- und Außenräume für Spiel, Bewegung, Begegnung und Rückzug schaffen. Holz, Stroh und Lehm prägen Konstruktion und Atmosphäre und ermöglichen eine ressourcenschonende, robuste und kindgerechte Bauweise. Ein nachhaltiges Energiekonzept mit Photovoltaik, Wärmepumpe, natürlicher Querlüftung und einem naturnah gestalteten Freiraum ergänzt das Konzept und verbindet Wirtschaftlichkeit mit einem langfristig umweltverträglichen Betrieb.

Die neue Kita soll Platz für neun Gruppen bieten und umfasst nach dem Raumprogramm rund 1.646 Quadratmeter Programmfläche, hinzu kommen die erforderlichen Erschließungs-, Neben- und Technikflächen. Für das Gesamtprojekt sind nach dem Kostenstand des ersten Quartals 2026 rund 10,8 Millionen Euro brutto für die Kostengruppen 300 bis 500 vorgesehen. Dem heutigen Termin war eine intensive Vorbereitungs- und Wettbewerbsphase vorausgegangen. Die Stadt Kirn hatte bereits im vergangenen Jahr das Verfahren vorgestellt und das Büro Hille Tesch Architekten + Stadtplaner mit der Betreuung des Wettbewerbs beauftragt. Im Frühjahr 2026 wurde der Wettbewerb offiziell ausgeschrieben. Zu den bereits gesetzten Teilnehmern gehörten unter anderem Büros aus Aachen, Bad Kreuznach, Mannheim, Landau und Darmstadt. Ein hochkarätig besetztes Preisgericht aus Fach- und Sachpreisrichterinnen und -richtern hatte anschließend die eingereichten Arbeiten zu beurteilen. Mit der heutigen Ehrung wird nun sichtbar, welche architektonische Idee die Jury für die weitere Entwicklung des Projekts ausgewählt hat.

Für die Stadt Kirn geht es dabei um weit mehr als um die Gestaltung eines einzelnen Gebäudes. Die neue Kindertagesstätte soll den wachsenden Anforderungen an Betreuung und frühkindliche Bildung gerecht werden, Kindern gute räumliche Bedingungen bieten und sich zugleich selbstverständlich in ihr Umfeld einfügen. Der Wettbewerb bildet dabei die Grundlage für die nächsten Schritte. Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren ist vorgesehen, mit dem ersten Preisträger ein Verhandlungsverfahren durchzuführen. Auf dieser Basis sollen die weiteren Planungsleistungen für Gebäude, Innenräume und Freianlagen vergeben werden. Der heutige Tag markiert damit nicht das Ende, sondern den Übergang von der Ideen- und Wettbewerbsphase in die konkrete Planung des neuen Kita-Standorts Kyrau. Alle eingereichten Entwürfe sind in der Galerie des Kirner Rathauses ausgestellt. Dort können sie besichtigt werden.

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