Unsere Julia von der Nahe jettet mal eben in die USA. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wird am Donnerstag das letzte WM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador im MetLife Stadium in New Jersey von der Tribüne aus verfolgen. Wer will es ihr verdenken? Die Möglichkeiten hat sie, die Gelegenheit bietet sich, und offensichtlich möchte sie auch dabei sein. Ganz nebenbei stehen noch politische Gespräche in New York auf dem Programm – unter anderem mit UN-Generalsekretär António Guterres und der Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock. Das verleiht der Reise natürlich auch den nötigen offiziellen Anstrich. Doch in den sozialen Netzwerken kocht bereits die Diskussion hoch: Was kostet so eine Reise? Muss das sein? Ist ein Besuch beim letzten Gruppenspiel der DFB-Elf wirklich erforderlich? Die Kommentare unter entsprechenden Beiträgen strotzen geradezu vor Kritik.
Mit solcher Kritik dürfte Julia Klöckner gut leben können. Sie polarisiert ohnehin seit Jahren durch ihre Art, politische Ämter zu interpretieren und öffentlich auszufüllen. Und bei manchen wird die Kritik sicher auch von einer Portion Emotion oder Neugier begleitet sein. Hand aufs Herz – wer würde die Gelegenheit nicht beim Schopf packen? Man kann sich die Szenerie jedenfalls gut vorstellen: bester Platz im Stadion, freie Sicht auf das Spielfeld und vielleicht sogar noch ein kurzer Gang in Richtung der deutschen Mannschaft. Ob man die Jungs vorher warnen müsste? Natürlich nur mit einem Augenzwinkern gemeint. Man muss Julia Klöckner nicht mögen und man muss ihre Reise auch nicht gutheißen. Fakt ist aber: Als Bundestagspräsidentin stehen ihr solche Dienstreisen zu, und sie nutzt diese Möglichkeiten. Ob die dabei entstehenden Kosten angemessen sind oder nicht, darüber wird sicherlich noch ausgiebig diskutiert werden – nicht nur am Spielfeldrand.




