Die geplante Neugestaltung des Daches am VG-Nebengebäude wird in der ursprünglich vorgesehenen Form nicht umgesetzt. Statt Pultdach und Photovoltaikanlage bleibt es bei der Sanierung des bestehenden Flachdachs – nachdem sich herausgestellt hat, dass die Statik des Gebäudes die zusätzliche Last nicht trägt. Aus der Politik kommt dazu deutliche Kritik am Vorgehen der Verwaltung. Thomas Bursian (FDP) sieht in den jüngsten Entwicklungen kein Einzelversagen, sondern ein strukturelles Problem innerhalb der Verbandsgemeinde. Die Verwaltung habe sich, so Bursian, inzwischen „fast ein Alleinstellungsmerkmal“ erarbeitet – allerdings kein positives. Gemeint ist der wiederkehrende Umgang mit Sitzungsunterlagen, die entweder unvollständig seien, nachlässig ausgearbeitet oder erst kurzfristig als Tischvorlagen eingebracht würden. Für ihn stellt sich dabei eine grundsätzliche Frage: Handelt es sich um Vorsatz oder um „sträfliche Fahrlässigkeit“?
Diese Kritik kommt nicht zum ersten Mal auf. Laut Bursian sei ein solcher Umgang mit Unterlagen bereits in der Vergangenheit mehrfach beanstandet worden – nicht nur von der FDP, sondern auch von der CDU. Umso unverständlicher sei es, dass bislang kaum erkennbare Lernfortschritte innerhalb der Verwaltung zu verzeichnen seien. Als aktuelles Beispiel führt er den vorliegenden Fall an: Auch hier seien entscheidende Informationen erst kurzfristig als Tischvorlage präsentiert worden. Gleichzeitig wirft er die Frage auf, warum offensichtliche statische Probleme am Gebäude nicht deutlich früher erkannt wurden. Stattdessen seien über Jahre hinweg Planungen vorangetrieben worden, die sich letztlich als nicht tragfähig erwiesen.
Für die Verbandsgemeinde hat das aus seiner Sicht konkrete Folgen. Neben dem Vertrauensverlust in Verwaltungsabläufe sieht Bursian vor allem eine ineffiziente Nutzung knapper Ressourcen. Zeit und Personal seien in ein Projekt geflossen, das so nicht umsetzbar war. In diesem Zusammenhang vermisst er auch eine transparente wirtschaftliche Bewertung: Eine Amortisationsrechnung hinsichtlich zu erwartenden Strom-Ertrages hätte helfen können, die Sinnhaftigkeit der ursprünglichen Planungen frühzeitig einzuordnen. Die Kritik zielt damit weniger auf die letztliche Entscheidung für das Flachdach als vielmehr auf die Prozesse innerhalb der Verbandsgemeinde. Im Raum steht die Frage, ob grundlegende Prüfungen, sorgfältige Vorbereitung und transparente Kommunikation künftig stärker in den Fokus rücken müssen, um ähnliche Entwicklungen zu vermeiden.




