Alte Helden, junge Rüpel – das „Brünnchen“ leidet unter Vermüllung

Kaum lugen die ersten Sonnenstrahlen heraus, beginnt das übliche Ritual: Die Müllorgie der Jugend. Ein älteres Ehepaar aus Hochstetten, beide näher an den 90 als an den 80, stürzen sich auf den Weg, bewaffnet mit einer Tüte und unerschütterlichem Gerechtigkeitssinn, um das Chaos zu beseitigen, das die 70 Jahre jüngeren Teenager hinterlassen haben. Kippen vom Boden einsammeln, sonstigen Plunder verpacken – eine ganze XXL-Einkaufstüte voll. Man könnte fast applaudieren, wenn es nicht so traurig wäre: Senioren müssen offenbar die Müllsünden der Generation „Irgendwer-wird’s-schon-wegmachen“ ausbaden. Das Beweisfotos kam prompt – und wenn das nicht schon genug wäre – noch zwei volle Schachteln Zigaretten aus dem Haufen gefischt. Der Verlierer darf sich gernebei den kirner-land-nachrichten melden und dort abholen. Resümee: Die Jugend zerstört, die Alten reparieren – ein gesellschaftliches Trauerspiel in Zeitlupe. Applaus, Helmut und Ilse, ihr seid die wahren Helden des Alltags – während der Rest wohl lieber den Müll liegen lässt und Selfies macht.