Immer wieder wird am Radwegekonzept und an der schleppenden Umsetzung herumgehackt. Kein Geld für Maßnahmen, heißt es unisono. Dabei zeigt ein Blick in das 278-seitige Gutachten: Nicht alles scheitert am fehlenden Budget. Manche Projekte ließen sich auch ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen. Ein Beispiel gefällig? Besonders ins Auge fällt der Eingang zum Bahnsteig. Dort sorgt eine gespannte Kette für Verwunderung. Ausgerechnet an jener Stelle, an der der Bordstein zumindest etwas abgesenkt ist, hat die Bahn eine Barriere errichtet, die eher an einen Hindernisparcours erinnert als an einen barrierearmen Zugang. Verstanden hat das bislang niemand. Man könnte fast meinen, hier sollten Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehhilfen oder Rollatoren gezielt ausgebremst werden. Warum solche Hürden dort stehen, bleibt ein Rätsel. Der Unsinn hat inzwischen sogar Eingang ins Radverkehrskonzept Kirner Land gefunden. Mit Blick auf die Barriere empfiehlt das Gutachten dringend, Kette und Pfosten umgehend zu entfernen. Wörtlich heißt es dort:
„Die Zuwegung zum Bahnhof ist freizumachen. Die installierte Kette erschwert nicht nur dem Radverkehr den Zugang, sondern lässt sogar die zu Fuß Gehenden drum herumlaufen. Mit dem Fahrrad ist es hinter der Kette selbst schiebend zu eng. Nach Entfernung der Hindernisse sollte auch der Bordstein abgesenkt werden. Die Bahnhofstraße selbst ist dann als durchlässige Sackgasse zu beschildern. Die K 9 zwischen Bahnhofstraße und Binger Landstraße könnte mit einem einseitigen Schutzstreifen bergauf versehen werden.“
Eine einfache Maßnahme – mit großer Wirkung.




