Leere Kassen? Millionen Schulden? Kein Problem. Wenn der Gürtel enger geschnallt werden muss, dann offenbar von allen – nur nicht vom eigenen Apparat. 16 neue Stellen wurden unlängst für den Kreis genehmigt, zähneknirschend zwar, aber mit ausreichender Mehrheit. Man leidet hörbar – und stimmt dennoch zuverlässig zu. Natürlich ist jede einzelne Stelle „alternativlos“. Die Aufgaben werden komplexer, die Anforderungen größer, alles wird schwieriger. Und was hilft gegen steigende Komplexität? Richtig: mehr Komplexität. Mehr Personal, mehr Zuständigkeiten, mehr interne Abstimmung. So entsteht ein Kreislauf, der sich selbst wunderbar beschäftigt. Dabei wäre die einfachste Regel eigentlich bestechend simpel: Wenn 16 neue Stellen entstehen, müssten im gleichen Atemzug 16 alte verschwinden. Aufgaben lassen sich neu verteilen, Prozesse straffen, Doppelstrukturen abbauen. Aber der Apparat kennt offenbar nur eine Richtung – und die heißt Expansion.
Und natürlich ist jede Verwaltung „am Limit“. Das gehört gewissermaßen zur Grundausstattung – Klage über Überlastung ist so etwas wie die DNA behördlicher Kommunikation. Doch bei aller Arbeitsverdichtung: Es ist nun wirklich nicht so, dass hier Fließbandarbeit unter Tage verrichtet wird. In den meisten Amtsstuben sitzt man weder im Stahlwerk noch im Akkord. Warm, trocken, tariflich abgesichert – die Bedingungen sind solide. Überlastung wird oft behauptet, strukturelle Selbstprüfung dagegen eher selten betrieben. Die eigentliche Frage lautet daher: Wer setzt Grenzen? Müssten gewählte Vertreter nicht gerade in Zeiten klammer Haushalte sagen: Erst umbauen, dann aufstocken? Erst prüfen, dann schaffen? Wenn jede neue Aufgabe automatisch neue Stellen nach sich zieht, ohne dass alte wegfallen, wächst am Ende vor allem eines – die Verwaltung selbst. Und während Bürger sparen sollen, wächst im Hintergrund die Zahl der Schreibtische. Vielleicht ist das die wahre Konstante: Schulden kommen und gehen – der Apparat bleibt. Und er wächst.




