Brunnen am Limit: Gemäß BI Limbachtal steuert Kirner Land sehenden Auges in die Wasserkrise

Das Trinkwasser im Kirner Land ist kein Selbstläufer mehr. Was über Jahrzehnte verdrängt, schöngerechnet oder vertagt wurde, droht nun offen zu eskalieren: Die Grundwasserreserven im Limbach- und Großbachtal sind nach Einschätzung der Bürgerinitiative Limbachtal seit Jahren übernutzt – und trotzdem soll künftig noch mehr Wasser gefördert werden. Aus diesem Anlass hat die Bürgerinitiative Limbachtal Anfang Januar 2026 ein ausführliches Schreiben an die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz, das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz, das Landesamt für Geologie und Bergbau sowie weitere verantwortliche Stellen gerichtet. Darin fordert sie behördliches Handeln zur Sicherung einer nachhaltigen Trinkwasserversorgung im Kirner Land und warnt vor einer Fortschreibung eines aus ihrer Sicht rechtswidrigen Zustands. Seit über 20 Jahren macht die Initiative auf die ökologischen Folgen der Wasserentnahme aufmerksam. Verbindliche Obergrenzen fehlen bis heute. Realistische Berechnungen zur Grundwasserneubildung unter Berücksichtigung des Klimawandels seien weiterhin nicht erfolgt.

Stattdessen habe man Zeit gewonnen – mit Monitoring, Gutachten und Beschwichtigungen. Nun läuft die wasserrechtliche Entnahmeerlaubnis Ende 2026 aus, und ausgerechnet jetzt werden zusätzliche Fördermengen von bis zu 100.000 Kubikmetern pro Jahr diskutiert. Die Realität vor Ort sei längst eine andere: versiegte Bäche, verschwundene Quellen und ein extrem trockenes Jahr 2025 mit historisch ungünstiger Niederschlagsverteilung. Von „gut gefüllten Brunnen“ zu sprechen, bezeichnet die Bürgerinitiative als gefährliche Verharmlosung. Besonders alarmierend ist aus Sicht der Initiative die geplante Errichtung von Windkraftanlagen im Trinkwassergewinnungsgebiet. Emissionen aus Bau, Betrieb und möglichen Havarien könnten das Grundwasser dauerhaft kontaminieren – Schäden, die irreversibel wären. Die Botschaft an Politik und Behörden ist klar: Das Kirner Land lebt vom Wasser seiner Täler. Wer heute weiter übernutzt, belastet oder wegschaut, riskiert morgen die Trinkwassersicherheit einer ganzen Region. Jetzt braucht es klare Grenzen – nicht weitere Experimente.

Hier ist das Schreiben verlinkt