Die Frage lag auf der Hand: Was soll mit den vorgesehenen 356.825,78 Euro für die „Verbesserung der Infrastruktur der Premiumwanderwege, Schloss Wartenstein“ konkret passieren? In der jüngsten Sitzung fragte Thomas Bursian genau danach. Eine wirklich erhellende Antwort bekam er allerdings nicht. Bürgermeister Thomas Jung verwies auf pauschal 200.000 Euro für die Prädikatswanderwege sowie auf eine Zusammenarbeit mit der Touristik Hunsrück-Nahe zum Thema „Lebendige Geschichte Schloss Wartenstein“. Das war es im Wesentlichen an Informationen. Welche Wanderwege sollen aufgewertet werden? Welche konkreten Maßnahmen sind am Schloss geplant? Und wie verteilen sich die übrigen Mittel? Antworten auf diese Fragen blieben aus. Bursian hakte nicht weiter nach, und auch von den übrigen Ratsmitgliedern kam offenbar kein Interesse, genauer zu erfahren, wofür die beträchtliche Summe eingesetzt werden soll.
Stattdessen wurde die Maßnahme einstimmig beschlossen. Damit stehen fast 357.000 Euro zur Verfügung, ohne dass in der Sitzung konkrete Einzelprojekte vorgestellt wurden. Die pauschale Beschreibung lässt offenbar erheblichen Spielraum bei der späteren Umsetzung. Auch die Frage, warum ausgerechnet Schloss Wartenstein und die umliegenden Premiumwanderwege von dieser Investition profitieren sollen, blieb unerörtert. Natürlich können Einzelheiten noch ausgearbeitet werden. Doch sollte ein Rat nicht zumindest wissen wollen, wofür eine solche Summe vorgesehen ist, bevor er zustimmt? Eine Frage wurde gestellt. Eine konkrete Antwort blieb aus. Weitere Fragen gab es nicht. Und am Ende waren sich alle einig. Manchmal sagt eine einstimmige Abstimmung eben auch etwas darüber aus, welche Fragen in einer Ratssitzung gestellt werden – und welche nicht.




