Fette 356.825,78 Euro für Infrastrukur und Wanderwege Schloss Wartenstein – aber keiner weiß wofür genau?

Im Rahmen des Regionalen Zukunftsprogramms „Regional. Zukunft. Nachhaltig.“ soll auch die touristische Infrastruktur im Kirner Land profitieren. Besonders ins Auge fällt dabei eine Maßnahme: Für die „Verbesserung der Infrastruktur der Premiumwanderwege, Schloss Wartenstein“ sind sage und schreibe 356.825,78 Euro vorgesehen. Eine stattliche Summe, die grundsätzlich durchaus sinnvoll eingesetzt werden kann. Schließlich lebt das Kirner Land auch von seiner Landschaft und seinen touristischen Angeboten. Allerdings stellt sich eine naheliegende Frage: Was genau soll mit diesem Geld eigentlich gemacht werden? Neue Wanderhütten, zusätzliche Rastplätze, Aussichtspunkte, Beschilderungen oder die Sanierung bestehender Wege? Soll das gesamte Wandergebiet rund um Schloss Wartenstein aufgewertet werden? In den bislang bekannten Informationen findet sich dazu keine konkrete Aufschlüsselung. Dort steht lediglich die recht allgemein gehaltene Bezeichnung „Verbesserung der Infrastruktur der Premiumwanderwege“. Für eine Investition in dieser Größenordnung ist das ausgesprochen dürftig. Wer hat die Maßnahmen geplant? Welche Wanderwege sind konkret betroffen?

Liegt bereits eine detaillierte Kostenschätzung vor? Und wie setzt sich der veranschlagte Betrag im Einzelnen zusammen? Das sind keine überzogenen Forderungen, sondern berechtigte Fragen – insbesondere dann, wenn öffentliche Gelder in dieser Größenordnung eingesetzt werden sollen. Besonders irritierend ist, dass die Maßnahme bereits in früheren Unterlagen zum Regionalen Zukunftsprogramm auftauchte, ohne dass für die Öffentlichkeit erkennbar wurde, was konkret dahintersteckt. Noch schwerer wiegt allerdings, dass offenbar selbst die Ratsmitglieder bislang keine ausreichenden Informationen darüber haben. Finde den Fehler? Die dürfen gerne Fragen stellen. Ein hoher Betrag und ein wohlklingender Titel – doch der eigentliche Inhalt bleibt im Nebel. Natürlich ist es möglich, dass einzelne Details im Zuge der weiteren Planung noch ausgearbeitet werden müssen. Das entbindet die Verantwortlichen jedoch keineswegs von der Pflicht, nachvollziehbar darzulegen, wofür die vorgesehenen Mittel eingesetzt werden sollen. Wer öffentliche Gelder verplant, muss auch erklären können, welche Maßnahmen damit konkret umgesetzt werden sollen, welche Wege betroffen sind und wie sich die Kosten zusammensetzen.

Transparenz darf nicht erst dann beginnen, wenn die Bagger anrollen oder die ersten Rechnungen auf dem Tisch liegen. Sie muss von Anfang an gewährleistet sein – gerade bei Projekten, die mit erheblichen öffentlichen Mitteln finanziert werden. Fast 357.000 Euro für Premiumwanderwege – das klingt nach einer Premiuminvestition. Schön wäre es, wenn auch die Informationen dazu ein entsprechendes Niveau hätten. Vielleicht könnten die Verantwortlichen deshalb vor der Beschlussfassung am 5. November etwas konkreter werden: mit einer nachvollziehbaren Liste der geplanten Maßnahmen und den dazugehörigen Kosten. Schließlich soll das Regionale Zukunftsprogramm die Zukunft der Region gestalten. Die Bürger dürfen durchaus wissen, wohin die Reise geht – insbesondere dann, wenn dafür ein derart stattlicher Betrag ausgegeben werden soll.

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