Schon gelesen? Der Landkreis Bad Kreuznach hat seine Prioritätenliste für die Sportstättenförderung 2027 beschlossen. Ganz oben stehen Bad Sobernheim, Hüffelsheim und Spabrücken. Kirner Projekte sucht man dagegen vergeblich. Dabei gibt es auch in Kirn erheblichen Sanierungsbedarf. Kirn scheint bei der Sportstättenförderung des Landkreises Bad Kreuznach keine Rolle zu spielen – zumindest nicht auf der aktuellen Prioritätenliste für das Jahr 2027. Während andernorts konkrete Projekte vorangebracht werden sollen, sucht man Kirner Adressen in der Aufstellung vergeblich. Das wirft durchaus Fragen auf: Wie steht es eigentlich um die Sportförderung im Kirner Land? Dass die Sportstätten in Kirn nicht unbedingt zu den Vorzeigeobjekten gehören, ist schließlich kein Geheimnis. Vielerorts besteht Sanierungsbedarf, und der Unterhaltungsstau dürfte sich längst zu einer erheblichen Herausforderung entwickelt haben. Gerade für die Vereine und ihre Mitglieder sind das keine nebensächlichen Probleme. Sie brauchen vernünftige Bedingungen, um ihren Sport ausüben zu können.
Kuhn kritisiert Zustände auf dem Loh
Erst kürzlich hatte Manfred Kuhn (CDU) in einer Kirner Stadtratssitzung die Zustände auf der Sportanlage des VfR auf dem Loh deutlich kritisiert. Und er redete sich regelrecht in rage. Dabei ging es ihm um den Zustand der Sportstätten und insbesondere der Umkleidekabinen. Die Fußballer wissen ein Lied davon zu singen: Der Sanierungs- und Unterhaltungsbedarf ist ein Thema, das die Nutzer unmittelbar betrifft. Wer regelmäßig auf der Anlage unterwegs ist, weiß, wie wichtig eine funktionierende Infrastruktur für den Trainings- und Spielbetrieb ist. Doch nicht nur auf dem Loh gibt es Handlungsbedarf. Auch auf der Kyrau sind die Probleme nicht zu übersehen. Die Laufbahn im Stadion ist marode und müsste dringend in den Blick genommen werden. In der Sporthalle wiederum lassen die Sanitäranlagen ebenfalls zu wünschen übrig. Für Schulen, Vereine und Sportler sind das keine zufriedenstellenden Bedingungen.
Andere Kommunen kommen zum Zug – und Kirn?
Ein Blick auf die beschlossene Prioritätenliste des Kreises zeigt, dass andernorts durchaus Bewegung in die Sportstättenförderung kommt. Die Sanierung der Kunststofflaufbahn im Bad Sobernheimer Stadion „Zum Staaren“ soll mit höchster Priorität in den Haushaltsplan 2027 aufgenommen werden. Dafür sind Kosten von mehr als 366.000 Euro veranschlagt. Auch für das Sportheim in Hüffelsheim und die Tennisplätze in Spabrücken sind Förderperspektiven vorgesehen. Natürlich ist eine solche Prioritätenliste kein Wunschzettel. Fördermittel sind begrenzt, Projekte müssen die Voraussetzungen erfüllen, und nicht jede Kommune kann gleichzeitig zum Zug kommen. Doch gerade deshalb stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien die Vorhaben ausgewählt werden und ob die dringenden Bedürfnisse im Kirner Land ausreichend berücksichtigt werden.
Wo bleibt die Unterstützung für Kirn?
Wenn Sportstätten über Jahre hinweg verschleißen, trifft das nicht nur die Städte und Gemeinden, die für ihren Unterhalt verantwortlich sind. Es betrifft auch die Vereine, die Kinder und Jugendlichen sowie all jene, die sich ehrenamtlich für den Sport engagieren. Gute Sportstätten sind ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens – gerade in einer Region, in der Vereine eine zentrale Rolle spielen. Deshalb sollte die Frage erlaubt sein, welche Perspektive Kirner Sportstätten bei der künftigen Förderung haben. Sind die Baustellen bekannt? Sind konkrete Sanierungsmaßnahmen geplant? Werden die notwendigen Anträge gestellt? Und wie wollen Stadt, Vereine und Landkreis gemeinsam dafür sorgen, dass der bestehende Sanierungsbedarf nicht weiter anwächst?
Die Zustände auf dem Loh und der Sanierungsbedarf auf der Kyrau zeigen, dass es durchaus Themen gibt, die auf die kommunalpolitische Tagesordnung gehören. Ob und in welcher Form Fördermittel des Kreises dafür infrage kommen, wäre zu klären. Ebenso stellt sich die Frage, ob Kirner Projekte für kommende Prioritätenlisten angemeldet werden. Die Frage könnte man durchaus stellen: Wo bleibt die Unterstützung für Kirn? Eine klare Bestandsaufnahme des Sanierungsbedarfs und eine nachvollziehbare Förderstrategie wären ein erster Schritt, um den Sportstätten im Kirner Land wieder die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie benötigen.




