Mit Prämien und Werbung: Kirner Land hat den ersten Arzt an der Angel

Schon mitbekommen? Der Wirtschaftsförderer der Verbandsgemeinde stand im Stadtrat Kirn Rede und Antwort und informierte über sein Aufgabengebiet – insbesondere über die drängende Herausforderung in der Gesundheitsversorgung. Das Kirner Land geht neue Wege, um dringend benötigte Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen. Um die Ansiedlung von Medizinern attraktiver zu gestalten, wird eine finanzielle Prämie in Höhe von 100.000 Euro bereitgestellt. Die Verbandsgemeinde beteiligt sich mit 25.000 Euro an der Förderung, während die Bürkle-Stiftung weitere 75.000 Euro beisteuert. Eine bemerkenswerte Kehrtwende, denn noch vor Kurzem hatte Bürgermeister Thomas Jung eine solche Prämie kategorisch abgelehnt. Angesichts der dramatischen Lage in der hausärztlichen Versorgung sah er sich jedoch zum Umdenken gezwungen.

Doch finanzielle Anreize allein reichen nicht aus. Ein eigens produziertes Werbevideo soll das idyllische Landleben als Alternative zur Hektik der Großstadt präsentieren und junge Ärztinnen und Ärzte für die Region begeistern. Ob dieser einminütige Film tatsächlich überzeugt, bleibt fraglich – aber jede Maßnahme zählt. Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab: Wirtschaftsförderer Brötzmann berichtete von einem potenziellen Mediziner, der Interesse an einer Niederlassung im Kirner Land zeigt, insbesondere im Bereich der Geriatrie. Ein positives Signal für die Region, in der die hausärztliche Versorgung bereits stark belastet ist. Viele Praxen verhängen Aufnahmestopps, und mit Dr. Matthias Gierend hat ein weiterer Hausarzt seine Tätigkeit beendet. Seine Praxis in Hennweiler wurde von Dr. Aura-Marina Maus-Delgado übernommen, die nun zwei Patientenstämme betreuen muss. Unter dem Strich ein Arzt weniger. Hinzu kommt, dass weitere kurz vor dem Ruhestand stehen – eine Entwicklung, die die Situation weiter verschärft.

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