Hennweiler: „In den Hähnen III“ – Der ewige Bebauungsplan oder wie man ein Baugebiet durch ständige Wiederholung genehmigt?

Am kommenden Donnerstag, den 20. März 2025, geht es in die nächste Runde: Die Offenlage des Bebauungsplans steht erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Wer jetzt denkt: „Moment mal, das hatten wir doch schon?“ – liegt vollkommen richtig. Wie in einer Fortsetzungsserie wird der Plan immer wieder überarbeitet und erneut vorgelegt. Diesmal gibt es allerdings neue Spannungselemente: Ein Fachanwalt hat sich im Auftrag eines Projektgegners sowie weiteren Unterstützern eingeschaltet und ein Schreiben an die Ratsmitglieder, die Beigeordneten, die Verbandsgemeinde und den Kreis verschickt. Und auch der Blog bekam eine Durchschrift zur Veröffentlichung. Darin weist er auf mögliche Verfahrensmängel hin – darunter die Begründung für die erneute Offenlage, die Nachvollziehbarkeit der Planänderungen und die Einhaltung von Umweltauflagen. Lest aber unten selbst selbst.Besonders brisant: Was ist eigentlich mit den Einwendungen aus der letzten Runde passiert? Kritische Stimmen befürchten, dass sie nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Eine der zentralen Fragen der Anwalts-Info: Warum sollen plötzlich Flächen bebaut werden, die vorher als Bepflanzungszonen vorgesehen waren? Ist das eine notwendige Anpassung oder eine kreative Planungsidee? Auch die Entwässerung des Gebiets sorgt für Diskussionen – das Oberflächenwasser soll abgeleitet werden, aber es gibt offene Fragen, wohin genau und mit welchen Maßnahmen. Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Entwicklung auf dem Gelände: Wurden bereits vorbereitende Maßnahmen durchgeführt, bevor es eine endgültige Genehmigung gab? Auch die geplante Nutzung des Gebiets sorgt für Gesprächsstoff. Offiziell ist eine Wohnbebauung mit landwirtschaftlicher Nutzung vorgesehen. Doch manche Bürger fragen sich, ob die großflächigen Hallenbauten mit einer Fläche von 2.637 m² tatsächlich in dieses Konzept passen oder ob eine gewerbliche Nutzung nicht ausgeschlossen werden kann. Hier wünschen sich viele mehr Klarheit und Transparenz.

Für zusätzlichen Diskussionsstoff sorgt die Entscheidung, die sonst übliche Bürgerfragestunde in dieser Sitzung entfallen zu lassen. Während dies möglicherweise organisatorische Gründe hat, gibt es Stimmen, die sich eine stärkere Einbindung der Öffentlichkeit gewünscht hätten. Wie geht es weiter? Klar ist: Wer auf ein schnelles Ende dieser Saga gehofft hat, könnte enttäuscht werden. Die Diskussion um „In den Hähnen III“ wird Hennweiler sicher noch eine Weile begleiten – möglicherweise mit weiteren Entwicklungen im Gemeinderat oder sogar auf juristischer Ebene. Auch die Verbandsgemeinde Kirner Land wird sich im Zuge der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes noch mit dem Projekt befassen. Sollte der Bebauungsplan alle rechtlichen Hürden nehmen, steht der Umsetzung des Bauvorhabens nichts im Wege – falls nicht, wird das Thema wohl weiterhin für Gesprächsstoff sorgen.