In Berlin überschlagen sich die Ereignisse! Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) steht vor dem Rückzug, und schwupps taucht ein Name auf, den wir in Rheinland-Pfalz noch bestens kennen: Alexander Schweitzer! Wie Kai aus der Kiste könnte unser ehemaliger Ministerpräsident schon bald in Berlin auf der politischen Bühne stehen. Angeblich soll er die Nachfolge von Bas antreten. Bild und andere Medien berichten darüber. Na, wenn das mal keine überraschende Wendung ist! Da wird einer in Rheinland-Pfalz vom Wähler aus dem Amt gefegt, und kaum hat sich der politische Staub gelegt, winkt womöglich schon die nächste Karrierechance in der Hauptstadt. Man könnte fast meinen, in der SPD gilt eine ganz eigene Regel: Wenn es daheim nicht mehr klappt, probiert man es eben eine Etage höher. Und wenn die Tür in Mainz zufällt, hält vielleicht jemand in Berlin schon die nächste offen.
Für Schweitzer persönlich wäre das natürlich eine bemerkenswerte Entwicklung. Die Wählerinnen und Wähler haben ihm in Rheinland-Pfalz jedenfalls nicht den Auftrag für eine weitere Amtszeit als Ministerpräsident erteilt. Doch politisch scheint das letzte Kapitel damit noch lange nicht geschrieben zu sein. Statt Koffer zu packen und sich in die Niederungen der politischen Aufarbeitung zu begeben, könnte nun der Umzug nach Berlin anstehen. Vom verlorenen Machtkampf an der Mosel – pardon, am Rhein – direkt in die Bundespolitik. So schnell kann es gehen! Natürlich bringt Schweitzer Regierungserfahrung mit. Aber ob ausgerechnet der Mann, der in Rheinland-Pfalz abgewählt wurde, nun auf Bundesebene die großen arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Probleme lösen soll, darf man zumindest mit einem Schmunzeln betrachten. Die Frage sei erlaubt: Ist das die berühmte zweite Chance – oder eher politisches Recycling mit neuem Etikett?
Vielleicht heißt es in Berlin ja tatsächlich: Aus den Augen, aus dem Sinn – und ab ins Ministerium! Die entscheidende Frage bleibt allerdings, ob Schweitzer dort mehr Erfolg haben wird als zuletzt in Rheinland-Pfalz. Denn auch im Bund gibt es Wähler, Erwartungen und Probleme, die sich nicht einfach mit einem Wechsel des Dienstsitzes erledigen. Aber gut, warten wir erst einmal ab. Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Sollte Schweitzer tatsächlich nach Berlin wechseln, darf man gespannt sein, ob aus dem politischen Absteiger von gestern der Hoffnungsträger von morgen wird. In der Politik ist eben nichts unmöglich. Manchmal verliert man eine Wahl – und gewinnt dafür womöglich einen neuen Schreibtisch in Berlin. Satire hin oder her: Das muss man auch erst einmal schaffen!




