Die Gründung der AöR selbst wäre nur der formale Akt. Entscheidend ist der Vorsitz – wer diese Rolle übernimmt, bestimmt über Erfolg oder Stillstand. Nicht zu vergessen die Positionen danach. Werden die nach Verfügbarkeit vergeben, droht Stillstand. Nach Parteibuch verteilt, droht Misstrauen. Als Nebenbei-Aufgabe verstanden, droht Bedeutungslosigkeit. Keine Frage, eine nicht hauptamtliche AöR lebt und stirbt mit der Person an ihrer Spitze. Wer also hier den falschen Schritt macht, lahmt das Projekt schon, bevor es überhaupt begonnen hat. Die AöR ist noch nicht einmal gegründet, da steht die wichtigste Frage schon im Raum: Wer soll sie eigentlich führen? Und weil sie nicht hauptamtlich organisiert sein wird, entscheidet diese Personalie nicht über Nuancen, sondern über Erfolg oder Stillstand. Denn eine nebenamtliche AöR lebt nicht von Organigrammen, sondern von der Person an der Spitze. Wer glaubt, der Vorsitz sei ein Ehrenposten für gut sortierte Visitenkarten, hat das Prinzip nicht verstanden. Hier geht es nicht um Repräsentation, sondern um Moderation, Steuerung und gelegentlich auch um das beherzte Ziehen der Notbremse. Der VG-Bürgermeister? Naheliegend, aber überfordert. Die eigene Amtsführung bindet bereits mehr als genug Aufmerksamkeit. Eine AöR im Nebenamt würde zwangsläufig zur Randnotiz im Terminkalender – und genau so würde sie dann auch behandelt werden.
Der Werkleiter? Ebenfalls keine gute Idee. Wer im eigenen Verantwortungsbereich noch sichtbare Baustellen vor sich herschiebt, sollte kein neues Projekt eröffnen. Zumal Altlasten bekanntlich selten eine gute Grundlage für Vertrauen sind. Der Klimaschutzmanager wiederum ist fachlich auf der richtigen Spielwiese unterwegs, politisch aber auf dem falschen Feld. Er ist Impulsgeber, Projektarbeiter, Fördermittelakrobat – aber kein Schiedsrichter zwischen 21 Ortsgemeinden. Eine AöR braucht Führung, keine Fachstelle mit erweitertem Titel. Bleibt also die unbequeme Wahrheit: Der Vorsitz muss jemand übernehmen, der Zeit hat, zuhören kann und Konflikte aushält. Jemand mit politischer Erfahrung, aber ohne Allmachtsanspruch. Jemand, der moderiert statt dominiert und entscheidet, ohne gleich alles vertagen zu wollen. Kurz: eine Persönlichkeit, nicht nur ein Amt. Wird diese Rolle falsch besetzt, ist die AöR von Beginn an gelähmt. Dann tagt man, ohne voranzukommen, verwaltet Erwartungen und erklärt am Ende, warum es leider wieder nicht geklappt hat. Wird sie richtig besetzt, kann die AöR genau das werden, was sie sein soll: ein gemeinsames Werkzeug für die Energiewende im Kirner Land. Die Gründung ist also nur der formale Akt. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt mit der Frage: Traut man sich, den Vorsitz nach Eignung zu vergeben – oder wieder nach Gewohnheit?




Der Artikel trifft genau ins Schwarze!
Wir brauchen für die AöR einen Menschen mit den beschriebenen Eigenschaften.
Sonst drohen nach den schon vergebenen zwei Jahren (Gründung Frühjahr 2024) weitere Jahre des Stillstandes.