Wieder einmal zieht der Öffentliche Anzeiger die Preise an. Bereits im August wurde das Abo um 2 Euro verteuert, und ab Januar 2026 folgt die nächste Runde – diesmal ein Aufschlag von weiteren 2,60 Euro. Damit bewegt sich der monatliche Preis unaufhaltsam auf die nächste psychologisch wichtige Grenze zu. 2027 wird das Abo voraussichtlich erstmals die Marke von 60 Euro überschreiten. Der Verlag begründet die erneute Erhöhung mit deutlich gestiegenen Kosten in mehreren Bereichen, allen voran bei der Zustellung, die durch gesetzliche Vorgaben wie den Mindestlohn teurer geworden sei. Faire Bezahlung der Zustellerinnen und Zusteller sei wichtig, heißt es – die Mehrkosten könne man aber nicht länger alleine tragen.
Auch Papier, Produktion und Personal würden die Preisentwicklung zusätzlich belasten. Aus Sicht des Hauses sei die Anpassung notwendig, um Qualität, Verlässlichkeit und Vielfalt des Angebots dauerhaft zu sichern. Auffällig ist jedoch der Zeitpunkt: Pünktlich zu Weihnachten präsentiert der Verlag seinen Abonnenten dieses „Geschenk“, traditionell dezent verpackt in einer Randspalte – dort, wo es möglichst unauffällig bleibt und schnell übersehen werden kann. Für viele wirkt diese Kommunikationsstrategie längst wie ein Ritual: Preissteigerungen als stiller Jahresausklang. Während digitale Abos vom Preisanstieg ausgenommen bleiben und das E-Paper weiterhin 37 Euro im Monat kostet, trifft es die treuen Print-Leser am härtesten.
Und die Geduld vieler Abonnenten schwindet – nicht nur wegen der regelmäßigen Erhöhungen, sondern auch, weil der journalistische Gegenwert immer häufiger hinter den Erwartungen zurückbleibt. Gerade im Kirner Land ist die Ernüchterung groß. Wo der Lokalteil „Kirner Land“ früher zwei vollgepackte Seiten hatte, bleibt heute unter „Lokales“ oft nur ein schmaler Rest übrig. Viele fragen sich inzwischen: „Wofür zahle ich eigentlich noch?“ Auch der Hinweis auf digitale Alternativen überzeugt nicht jeden: E-Paper ab 20 Uhr am Vorabend, Archivzugriff, Suchfunktion – schön und gut. Für viele treue, oft ältere Leser ist das aber kein Ersatz für die gedruckte Ausgabe, geschweige denn eine Rechtfertigung für stetige Preissprünge. Die Folge ist absehbar: Immer mehr langjährige Print-Abonnenten kehren dem Blatt den Rücken. Und die entscheidende Frage wird immer drängender:
Wie lange kann sich ein Lokalblatt steigende Preise leisten, wenn gleichzeitig die Inhalte immer dünner werden – und die Leserschaft immer ungeduldiger?





Bewirb dich mal beim ÖA, dann wird es besser !
Frohe Weihnachten !