Hahnenbachbrücke dicht – Kirn muss außen rum

Die Hahnenbachbrücke in der Kallenfelser Straße in Kirn ist dicht. Und zwar richtig. Die Absperrungen an beiden Seiten machen unmissverständlich klar: Bis hierhin und keinen Meter weiter. Diskussionen zwecklos, Überredungsversuche aussichtslos. Die Brücke hat erst einmal Pause. Seit heute ist die L 182 an dieser Stelle für den Verkehr voll gesperrt. Bis voraussichtlich zum 31. Mai 2027 soll das so bleiben. Ein Zeitraum, der durchaus geeignet ist, sich mit den neuen Verkehrswegen vertraut zu machen – oder zumindest die eine oder andere alternative Route ins persönliche Repertoire aufzunehmen.

Die Umleitungen sind eingerichtet und die Beschilderung weist den Weg. Jetzt muss sich zeigen, ob das Ganze in der Praxis so reibungslos funktioniert, wie es auf dem Papier vorgesehen ist. Schließlich ist eine Umleitung schnell ausgeschildert. Dass sich der Verkehr dann auch entsprechend verteilt, ist noch einmal eine andere Geschichte. Interessant ist dabei der Blick auf die Brücke selbst. Von oben betrachtet macht der Fahrbahnbelag eigentlich gar keinen so schlechten Eindruck. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass hier alles noch ganz ordentlich aussieht. Doch der äußere Eindruck täuscht offenbar. Denn unterhalb der Fahrbahn scheint das Bauwerk in einem Zustand zu sein, der eine grundlegende Erneuerung notwendig macht. Sonst würde man wohl kaum den kompletten Überbau abreißen und durch einen Neubau ersetzen.

Der neue Brückenüberbau soll aus vorgespannten Betonfertigteilen mit einer zusätzlichen Betonplatte bestehen. Auch an den Widerlagern wird gearbeitet. Das Ganze ist also keine kosmetische Auffrischung nach dem Motto „einmal drüber und fertig“, sondern eine durchaus umfangreiche Baustelle. Spannend wird nun vor allem der Zeitplan. Bis Ende Mai 2027 soll die Brücke wieder befahrbar sein. Das ist zumindest die aktuelle Planung. Ob dieser Termin gehalten werden kann, wird sich zeigen. Baustellen haben bekanntlich ihre ganz eigene Vorstellung davon, wie sich Kalender und Baufortschritt miteinander vereinbaren lassen.

Ebenso interessant dürfte sein, wie gut sich die ausgewiesenen Umleitungsstrecken bewähren. Der Schwerlastverkehr wird großräumig geführt, der überörtliche Verkehr muss sich auf alternative Strecken einstellen. Und auch innerorts sind Anpassungen nötig. Immerhin sollen die Zufahrten zum Krankenhaus und zur Sportanlage Kyrau sowie die Fußwegeverbindungen weiterhin gewährleistet bleiben. Für den ÖPNV und die Schülerbeförderung wird außerdem eine Ersatzhaltestelle auf dem Gelände von EDEKA und ALDI eingerichtet. Jetzt beginnt also die eigentliche Bewährungsprobe: für die Umleitungen, für die Verkehrsteilnehmer und für die Geduld aller Beteiligten. Denn eine Vollsperrung bedeutet nicht nur, dass eine Brücke fehlt. Sie bedeutet auch neue Gewohnheiten, andere Fahrwege und gelegentlich die Erkenntnis, dass der vermeintlich kürzeste Weg plötzlich nicht mehr der schnellste ist.

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