Die Montagearbeiten sind abgeschlossen: Der offiziell knapp 24 Hektar große Solarpark im Plangebiet „B“ steht bereit. Spätestens im Mai oder Juni soll die Anlage im Tal vor Oberhausen ans Netz gehen. Doch während der offizielle Fokus bislang auf Abschnitt „B“ liegt, wirft das zurückgestellte Plangebiet „A“ immer noch seine Schatten voraus – oder besser gesagt: seine Möglichkeiten. Bereits vorliegende Planentwürfe aus Dezember 2022 – mit der offiziellen Aufstellung des Bebauungsplanes für das Teilgebiet „Itzbach-In den weißen Äckern“, „Sondergebiet Freiflächen-Photovoltaikanlagen“ – deuten darauf hin, dass das gesamte Areal (Bilder unten) ebenso für großflächige Photovoltaikanlagen vorgesehen ist. Zeitliche und genehmigungstechnische Hürden stoppten Abschnitt „A“ zunächst, doch wer glaubt, das Projekt sei damit endgültig vom Tisch, könnte sich täuschen. In der Ortsgemeindesitzung vom 27. April 2022 hat der Ortsgemeinderat Hochstetten-Dhaun seinen Planungswillen bekräftigt und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans „In der Itzbach – In den weißen Äckern“ beschlossen. So auch die Offenlage und die frühzeitige Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange in weiteren Steps. Danach verliert sich die Spur.

Die Infrastruktur spricht zudem eine klare Sprache: Umspannwerk und Stromtrassen sind bereits für eine weitere Erweiterung ausgelegt. Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis die nächsten Solarmodule folgen? Laut den bestehenden Planunterlagen könnte die Olympiawiese hinter dem Katholischen Altenheim Richtung Itzbach als nächster Step ins Visier der Planer rücken. Ist das Vorhaben noch aktuell? Sind die Pläne noch aktuell? Ist der Wille der Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun und der des Flächeneigentümers noch vorhanden? Fragen über Fragen, aber (noch) keine Antworten. Und im Netz findet sich auch ein Investitions-Vermittler. Durchaus keine Utopie, dass dort wo einst Kinder im Winter ausgelassen rodelten, bald Zäune und Photovoltaikpaneele das Landschaftsbild prägen könnten. Ein Szenario, das für Befürworter der Energiewende ein logischer nächster Schritt wäre – für Kritiker jedoch ein erneuter Verlust liebgewonnener Flächen. Insgesamt könnten 10 bis 15 Hektar Parkfläche on top der bisherigen 24 Hektar zusammenkommen.

Allerdings regt sich Widerstand gegen weitere Flächen. Die CDU-Fraktion im Kirner Land steht generell Solarparks kritisch gegenüber und äußert konkret Bedenken hinsichtlich der Art und Weise, wie das „Itzbach-Projekt“ von den Kommunalpolitikern durchgewinkt wurde – zuletzt noch in harscher Form in einem offenen Brief. Es ist daher davon auszugehen, dass die Partei auch einer nochmaligen Erweiterung skeptisch gegenüberstehen wird. Weiteren Bedarf sieht auch die FDP nicht. Die Liberalen äußern ebenso Bedenken hinsichtlich einer weiteren Flächenversiegelung durch große Solarparks und plädieren dafür, eher bestehende Dächer mit geförderten Anlagen auszustatten. Keine Frage, „Krawall“ ist für den Fall einer Aufstockung vorprogrammiert. Fazit: Ist Hochstetten-Dhaun als Vorreiter auf dem Weg zu einem Hotspot für großflächige Solaranlagen zu werden? Die Zeichen stehen für manche gut – oder für manche eben nicht. Der Blickwinkel ist entscheidend. Die kommenden Monate könnten Klarheit bringen.