Der Investor Mergim Vuthaj hat die erste Hürde genommen: Der Kirner Stadtrat stimmte dem geplanten Bauvorhaben auf dem Gelände der TuS-Tennisplätze zu. Bis dahin war es allerdings ein zäher Weg. Frei nach dem Motto: Warum schnell, wenn es auch langsam geht? Geplant sind zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils 13 Mietwohnungen gegenüber dem Kirner Schwimmbad. Die Wohnungen sollen zwischen gut 40 und rund 145 Quadratmetern groß sein, im Durchschnitt etwa 80 Quadratmeter. Vorgesehen sind zweigeschossige Gebäude mit zusätzlichen Dachwohnungen. Im hinteren Bereich sollen ausreichend Stellplätze entstehen (Planskizze). Ein positiver Nebeneffekt: Ein zusätzlicher Parkstreifen auf einer bislang begrünten Fläche soll zwölf weitere Parkplätze schaffen, die auch dem Schwimmbad und dessen Besuchern zugutekommen könnten. Obwohl das Vorhaben im Stadtrat grundsätzlich begrüßt wurde, dauerte die Beratung rund eine Stunde.
Diskutiert wurden vor allem der Schallschutz, die Verkehrssituation und eine Grunddienstbarkeit, die Haftungsfragen regeln soll. Dabei stellte sich die Frage, wie relevant viele dieser Bedenken für die aktuelle Entscheidung tatsächlich waren. Kreisplaner Alexander Kalus versuchte gleich zu Beginn zu erläutern, dass zahlreiche Details erst im späteren Baugenehmigungsverfahren fachlich geprüft und geklärt werden müssen. Doch offenbar drangen seine Erklärungen nicht zu allen Ratsmitgliedern durch. Investor Mergim Vuthaj, der das Projekt gemeinsam mit seinem Bautechniker vorstellte, und Kreisplaner Kalus bewiesen Geduld. Nicht jeder hätte sie bei einer derart langwierigen Debatte aufgebracht. Auch nach knapp einer Stunde waren noch Fragen offen, obwohl viele davon erst in den nächsten Verfahrensschritten abschließend beantwortet werden können.
Bürgermeister Frank Ensminger hatte es nicht leicht bei diesem Tagesordnungspunkt. Schließlich gingen doch noch die Hände hoch. Endlich! Der Beschluss fiel bei einer Enthaltung nahezu einstimmig. Damit ist die erste Hürde genommen, eine Baugenehmigung aber noch nicht erteilt. Bis auf den Tennisplätzen des TuS Kirn tatsächlich gebaut werden kann, müssen die weiteren planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Und auch eine Reihe von Gutachten dürfte noch erforderlich werden. Und das kann dauern. Die Stadt hat grünes Licht gegeben und der Kreis grünes Licht signalisiert. Da sollte es am Ende klappen mit den beiden Häusern. 26 Wohnungen statt Tennisplätze – die Richtung ist vorgegeben. Für den weiteren Weg gilt offenbar: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?




